Kärntner Bergretter 16-sprachig im Einsatz
Die Bergrettungsärztin Ulley Rolles aus Spittal an der Drau entwickelte Sprachtabellen für Bergrettungseinsätze. Die Verständigung zwischen Retter und Patienten soll so im Notfall erleichtert werden. Auch andere Bundesländer zeigen Interesse.

Foto © APA/Bergrettung KärntenWetterfeste 'Sprachkarten' dienen österreichischen Bergrettern als sprachliche Erste Hilfe bei der Bergung von ausländischen Verunglückten
Der Kärntner Winter 2011/2012 ist laut dem obersten Bergretter Kärntens, Otmar Striednig, ein schneearmer. Wegen der trotzdem guten Frequenz in den Skigebieten habe es bisher aber doch eine ganze Reihe von Einsätzen gegeben. "Und da helfen uns seit heuer - wenn Ausländer betroffen sind - neu entwickelte Tabellen in 16 Sprachen, welche die Verständigung zwischen Rettern und Verletzten erleichtern", sagte Striednig am Montag zur APA.
Entwickelt wurden die wetterfesten Sprachtabellen in Kartenform von der in Mallnitz stationierten Spittaler Bergrettungsärztin Ulley Rolles. Die Bergrettungen der Länder Salzburg, Tirol und die Steiermark zeigen ebenso Interesse an der Verwendung der Verständigungshilfe mit 20 Fragen bzw. Auskünfte an und für den Verunglückten. Die Verständigung zwischen Retter und Patienten wird so im Notfall erleichtert.
Der Bergretter hat die deutschsprachige Karte, der Verletzte jene in seiner Muttersprache. Frage Nummer acht lautet etwa "Sind Sie alleine?", Nummer 17, eine Auskunft, "der Hubschrauber bringt Sie ins Krankenhaus". Die Karten gibt es unter anderem in slowenischer, kroatischer, polnischer, norwegischer, holländischer und russischer Sprache.
Striednig ist mit der Erfindung sehr zufrieden: "Die Bergretter können nicht alle Sprachen abdecken, da in Kärnten viele Ausländer urlauben und oft unserer Sprache nicht mächtig sind, helfen die Sprachtabellen sehr." In Sachen der Vorbereitung auf eine Skitour appelliert er an die Eigenverantwortung der Alpinisten, für die es ein "Muss" sei, sich vorab notwendige Informationen über die Schnee- und Wetterlage einzuholen. Denn auch bei geringer Schneelage sei die Gefahr des Auslösens von Schneebrettern gegeben. Erst am vergangenen Samstag wurden in der Kärntner Innerkrems zwei Klagenfurterinnen verschüttet, sie wurden von ihrem Begleiter gerettet.







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