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Zuletzt aktualisiert: 17.01.2012 um 05:10 UhrKommentare

Schulweg entscheidet über Schließungen

Nach der Schließungswelle bei Volksschulen in der Steiermark, legt sich nun auch das Land Kärnten fest: Neben der Schülerzahl entscheidet auch die Dauer der Anreise.

Foto © APA/Sujetfoto

Dieser Tage beginnt die Einschreibung für Volksschulen und damit bekommt die Diskussion um die Schließung von Kleinschulen neue Brisanz. Während in der Steiermark einige Schulen mit weniger als 20 Schülern geschlossen werden, will man das Problem in Kärnten individuell lösen. "Ich werde keine Schließung von oben herab verordnen", sagt Schulreferent Uwe Scheuch (FPK).

In Kärnten gibt es noch sechs "Zwergschulen" mit weniger als zehn Schülern. Aber die Schülerzahl allein ist nicht relevant. Die Landespolitik will versuchen, dass es in jeder Gemeinde eine Schule gibt. Einzelne Ortsschulen werden zu Zentren zusammengefasst. So wird etwa die Volksschule Mallnitz bestehen bleiben, weil sie im Gemeindegebiet die einzige ist. Scheuch hat betroffene Schüler nach ihren Erfahrungen befragt: "In Weißbriach wurde heuer die Kleinschule St. Lorenzen geschlossen. Die Schüler, die jetzt die größere Schule besuchen, haben dabei durchwegs positive Erfahrungen gemacht."

Überall in Kärnten entstehen solche Schulzentren, mit dem Ziel, alle pädagogischen Angebote unter einem Dach zu vereinen. Das spart Kosten beim Erhalt der Gebäude und bietet mehr Möglichkeiten beim Angebot von Freifächern, sportlichen Veranstaltungen und der Nachmittagsbetreuung.

28 Schulen in Kärnten haben weniger als 20 Schüler, 23 davon sind Exposituren, fünf haben noch eine eigene Direktion. Auch deren Zahl soll minimiert werden. Überleben werden nur solche, die Schülern einen "unzumutbaren Schulweg" ersparen. Gerhild Hubmann, zuständige Abteilungsleiterin im Land, nennt als Beispiel Stockenboi. Zu der Schule muss manches Kind schon heute einen Weg von 15 Kilometern zurücklegen. Bei einer Schließung der Schule kämen weitere 15 Kilometer dazu. "Einen täglichen Schulweg von 30 Kilometern in eine Richtung kann man keinem Volksschulkind zumuten", sagt Hubmann.

ROBERT BENEDIKT

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