Albeck als Kaderschmiede für Top-Jobs in der Politik
So klein und so viel Außenwirkung: Mit Achill Rumpold kommt dritter Landesrat aus 1000-Einwohner-Gemeinde.

Foto © WEICHSELBRAUN Achill Rumpold
Beschaulich in den Nockbergen gelegen, fällt die Gemeinde Albeck/Sirnitz kaum auf. Ausgeglichener Haushalt, leichtes Bevölkerungswachstum, 1091 Einwohner. Wäre da nicht zu hinterfragen, ob es dort im Gurktal ein spezielles politisches Gen gibt? Denn die Zahl der aus Albeck stammenden Politiker ist überdurchschnittlich hoch: Der freiheitliche Huber-Clan hat in der Gemeinde seine familiären Wurzeln: Krimhild Trattnig wurde als erste Frau FPÖ-Landtags-Klubchefin und Zweite Landtagspräsidentin, ihr bereits verstorbener Bruder Alois Huber war Nationalratsabgeordneter, der andere Bruder Siegfried Huber 33 Jahre lang Bürgermeister von Flattach.
Und in der jüngeren Vergangenheit? Schlossherrin Elisabeth Sickl, eine gebürtige Wienerin, die durch ihre Heirat nach Albeck kam, wurde von Jörg Haider als Quereinsteigerin zur freiheitlichen Umweltlandesrätin (1994 bis 1999) gemacht. Im Jahr 2000 war Sickl gar Sozialministerin.
Zeitlich parallel war Georg Wurmitzer von 1994 bis 1999 ÖVP-Nationalratsabgeordneter, von 1999 bis 2004 Landesrat bzw. ÖVP-Chef. Als Regierungsmitglied machte Wurmitzer Achill Rumpold zu seinem Bürochef. Der ist nun der dritte Landesrat, der aus Albeck kommt. Rumpold wird heute im Landtag (11 Uhr) zum Landesrat und damit Nachfolger von Josef Martinz gewählt. Als Ersatz-Landesrat wird Thomas Goritschnig gewählt, der in der Partei "als Mann für alle Fälle" gilt. Er ist ÖVP-Landesgeschäftsführer und übernimmt von Rumpold Agenden des Parteisekretärs. Rumpold wird in dieser Funktion karenziert.
Eine plausible Antwort auf die Politikerdichte aus Albeck gibt es natürlich nicht. Bürgermeister Siegfried Unterweger (FPK) sieht seine Gemeinde als "politisch sehr interessiert. Die Leute sind sehr kritisch". Das Interesse schlage sich stets in hohen Wahlbeteiligungen nieder.
Wie sehr die Gemeinde von "ihren" Landespolitikern profitiert? Wurmitzer habe die Gemeinde unterstützt, wenn beim Land Projekte zwecks Förderung eingereicht wurden, heißt es. Sickl mache mit ihrem Schloss gute Werbung für Albeck. Aktuell hofft die Gemeinde auf Landeshilfe für die Photovoltaikanlage, die auf dem Dach der zu renovierenden Volksschule entstehen soll.








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