Planung folgt Spur der gläsernen Schiläufer
Digitale Daten der Seilbahnsysteme dienen bei Investitions-Entscheidungen. Nassfeld-Pionier Pucher investiert heuer vier Millionen Euro.

Foto © APA (Symbolfoto)Das Wedeln auf den Pisten bleibt nicht unbeobachtet
Auf dem Datenblatt ist alles vermerkt: Schigebiet, Seilbahn, Tag, Uhrzeit, Höhenmeter - von jeder einzelnen Fahrt. Wer genau hinschaut, filtert sogar den Einkehrschwung heraus. Bei den streng gehüteten Daten, in dem Fall wurden jene des Autors für diesen Bericht ausnahmsweise gelüftet, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Mit den modernen Zutrittssystemen für Schigebiete ist jede Abfahrt ein voll digitalisierter Schispaß für den Datenspeicher. Schipässe liefern perfekte Kunden-Profile und Bewegungsraster. Seilbahnunternehmen richten danach Marketing-Aktivitäten und Ausbaupläne aus.
Daten. "Die Daten unserer modernen Liftanlagen helfen uns Seilbahnunternehmen, unsere Planungen und unsere Investitionsentscheidungen, die oft sehr weitreichend sind, fundiert abzustützen", erklärt Arnold Pucher, Geschäftsführer der Bergbahnen Nassfeld Pramollo den Nutzen der erhobenen Daten. Die Bergbahnen des "Top Ski Pass" in Kärnten und Osttirol sind dabei auch untereinander voll vernetzt. Der Zahlenschatz wird unter Datenschutzauflagen streng gehütet. Doch auch anonymisiert liefern die aufgezeichneten Fahrten unzählige Auskünfte über Frequenzen und Präferenzen der gläsernen Schiläufer.
Aussagekräftig. Was für die Unternehmen aussagekräftig und für die Schigäste dank berührungsloser Zutrittsysteme mit Key-Card bequem ist, hat noch lange keine Grenzen. Der nächste Schritt sind Zutrittsysteme über das Handy. Die Karte, die einen berührungslosen Zutritt ermöglicht, werde aber trotz Handys mit Chip-Aufrüstung noch eine lange Lebensdauer haben, glaubt man bei der Salzburger Firma SkiData, international Marktführer bei Ticketsystemen. Derzeit registriert Skidata steigende Nachfrage nach kombinierten Lösungen für den Tourismus: Eine Karte ermöglicht den Zugang zu Hotelzimmer, Schilift, Schiverleih und Parkplatz.
Gläsern. So "gläsern" geht es am Nassfeld noch nicht zu, investiert wird gleichwohl auch heuer kräftig. "Wir planen 2008 Investitionen um rund vier Millionen Euro," verrät "Nassfeld-Kaiser" Pucher, der bei ausgezeichneter Schneelage eine stark frequentierte Oster-Schiwoche erwartet. Investitionsmaßnahmen zielen auf Optimierungen ab, das größte Vorhaben ist eine "Versorgungsstation" mit Gastronomie auf der Gipfelstation Madritsche, wo der Millenniums-Express mit zwei Sesselbahnen zusammentrifft.













