Sie riskieren ihr Leben für die Gemeinde
Feuer ist längst nicht mehr ihr größter Feind. Um technische Aufgaben zu meistern, steckt die Freiwillige Feuerwehr viel in die Ausbildung ihrer 20.000 Kameraden.

Foto © KK/FF HermagorWege wieder befahrbar machen, wie nach den schweren Unwettern vor einer Woche, zählt zu den wichtigsten Diensten der Feuerwehr
Sie opfern ihre Freizeit. Sie setzen Leib und Leben aufs Spiel. Sie sorgen auch nach der schlimmsten Katastrophe dafür, dass der Alltag wie gewohnt weitergeht. Rund 20.000 Kärnterinnen und Kärntner versehen den ehrenamtlichen Dienst in einer Freiwilligen Feuerwehr.
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Netz von Helfern. Ein engmaschiges Netz von Helfern überzieht das ganze Bundesland. Passiert in einem besiedelten Gebiet ein Unglück, dauert es maximal zehn Minuten, bis die nächsten Florianijünger am Ort des Geschehens sind. Zu verdanken ist das Kleinstfeuerwehren wie jener in Lassendorf im Gitschtal. "Wir haben 28 Mitglieder. Jeder im Dorf ist irgendwie mit uns verbunden. Aus beinahe jedem Haus versieht mindestens eine Person aktiven Dienst bei uns", sagt Kommandant Michael Sommeregger. Das Kameradschaftsgefühl ist dementsprechend groß. Wenn ein neues Gerät gebraucht wird, legen alle zusammen. So konnten sich die Lassendorfer vor einem Monat ein Notstromaggregat leisten. "Wir haben nur ein Einsatzfahrzeug. Vor drei Jahren hatten wir nicht einmal das. Davor sind die Kameraden mit ihren Privatautos und einem Anhänger zum Einsatzort gefahren", sagt Sommeregger.
Mädchen für alles. Dabei sind es gerade moderne Geräte, die eine Freiwillige Feuerwehr heutzutage braucht. "Der Trend geht weg vom Brandbekämpfer hin zum technischen Problemlöser. Die Feuerwehren werden zum Mädchen für alles", sagt Landesfeuerwehrkommandant Josef Meschik. Nur 5589 der 16.848 Einsätze im Jahr 2006 hatten mit Bränden zu tun. Viel öfter geht es darum, Wege freizuräumen, Chemikalien einzudämmen oder die Wasserversorgung entlegener Gebiete zu sichern. Die Summe belief sich 2006 auf 11.260 technische Einsätze. Breit gefächert ist deshalb auch das Ausbildungsangebot des Landesverbandes. Über 100 verschiedene Lehrgänge werden angeboten, vom Atemschutz- bis zum Taktikseminar. "Wir haben jedes Jahr 3000 Teilnehmer", sagt Innendienstleiter Oskar Grabner. Diese Ausbildung kostet 1,1 Millionen Euro pro Jahr, finanziert aus der Feuerschutzsteuer. "Eine regelmäßige Ausbildung ist dringend notwendig. Denn unsere Geräte werden laufend verbessert und neuen Herausforderungen angepasst", sagt Grabner.
Kulante Arbeitgeber. Anerkennung finden die Feuerwehrleute nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch am Arbeitsplatz. "Firmen zeigen oft sehr große Kulanzbereitschaft, wenn ihre Mitarbeiter bei einem Alarm plötzlich ihren Arbeitsplatz verlassen müssen", sagt Christof Trattler von der Abteilung Arbeits- und Sozialrecht in der Wirtschaftskammer Kärnten.














