Hütten werden nicht geschlossen
Grazer Studie kündigt Schließung von Berghütten an. Alpenverein beruhigt erregte Bergsteiger-Gemüter. "Von Schließung war nie die Rede."

Foto © JustDie Salmhütte ist für alle Glocknerbesteigungen von Kärntner Seite aus unverzichtbar geworden. Sie wurde 1799 erbaut
Für Aufregung sorgten die Erkenntnisse einer Grazer Studie in der Kärntner und Osttiroler Bergwelt. Gleich vier Hütten befinden sich in der so genannten "roten Zone". "Das ist laut Experte das Gebiet, in dem die Böden grundsätzlich von der Auswirkung der Klimaerwärmung betroffen sind", sagt Peter Kapelari, Leiter der Sektion "Hütten und Wege" im österreichischen Alpenverein. Die Salm- und die Oberwalderhütte in Heiligenblut und die St. Pöltener und die Badener Hütte in Osttirol liegen in dieser Zone. "Von einer Schließung war aber nie die Rede", sagt Kapelari.
Klimaerwärmung. Man wollte seitens des Alpenvereins lediglich wissen, wie viele und welche der 242 österreichischen Hütten potentiell durch die Klimaerwärmung und von der damit einhergehenden Veränderung des Bodens langfristig gefährdet sind. "Wir sind erleichtert, dass es österreichweit nur acht Hütten sind", so Kapelari.
Schließung. Eine Schließung wäre für Peter Suntinger, Obmann der Bergführer in Heiligenblut, auch "der helle Wahnsinn" gewesen. Die "katastrophalen Folgen für den Tourismus in der Gemeinde" wollte sich auch Bürgermeister Josef Schachner nicht vorstellen: "Eine Schließung der beiden Hütten ist einfach undenkbar!" Erleichterung auch in Osttirol. Bei der Badener Hütte im Venedigergebiet auf 2608 Metern Seehöhe bleibt vorerst alles wie es ist. Ull Willander vom Alpenverein von der Sektion Baden kennt aber die Probleme, die durch die Klimaerwärmung auftreten. So stürzten auf der Aufstiegsroute Felsbrocken zu Tale und zerstörten den Wanderweg. Willander: "Diese Felsmassen kommen vom Hohe Achsel." Dort beginne in 2800 Metern Seehöhe ein Eisberg regelrecht zu zerbröseln. Eine Entwicklung, die generell Sorgen macht: "Gletscher gehen zurück. Steinschläge und Muren treten auf. Noch bleibt bei unseren Hütten alles beim Alten. Was aber kommt, ist unklar", sagt Kapelari.













