Das war der letzte Streifzug von Strobl
Fritz Strobl war in Kitzbühel zwei Mal auf erfolgreichem Beutezug. Am Mittwoch nahm der Kärntner offiziell Abschied.

Foto © GEPAStrobl als Zuseher in "Kitz"
Die Szenerie erinnerte fast an alte Zeiten: ÖSV-Pressebetreuer Roberto Brunner schnitt den Speck, Ex-ÖSV-Abfahrtstrainer Robert Trenkwalder sorgte für Stimmung und Stephan Eberharter zog an der Ziehharmonika, als ob er diese ebenso bezwingen wollte wie die Streif 2003 bei seiner legendären Siegesfahrt. Weit hätte er es auch nicht gehabt, denn das alles spielte sich im Starthaus in Kitzbühel ab.
Kitz-Training
Mozart-Kostüm. Das Starthaus, das weit größer ist, als es im Fernsehen scheint. Denn nur drei, vier Meter hinter jenem Teil, aus dem sich die Läufer scheinbar senkrecht in Richtung Mausefalle hinunterstürzen, feierte eine illustre Schar und begaben sich mit Kleine-Zeitung-Kolumnist Fritz Strobl auf Streifzug in ihre Erinnerungen an Kitzbühel und natürlich an den "Mozart der Mausefalle" selbst. Der Streckenrekordhalter (1:51,58 Minuten) und zweifache Kitzbühel-Sieger nahm endgültig Abschied. Ein halbes Jahr nach dem Karriereende im Mozart-Kostüm sagte der Kärntner der Streif "Servus".
"Mausefalle". Ich kann mich erinnern, als ich 1991 das erste Mal heraufgekommen bin. Ich war der nervöseste von allen. Und als ich das erste Mal aus dem Starthaus schaute, war mir nicht klar, wie ich da jemals hinunterkommen sollte." Strobl kam hinunter, 1991 allerdings nicht sehr weit. Im Rennen war schon unterhalb der Mausefalle Schluss. "Es hat mich in der Kompression zerrissen, ich hab' mir eine Adduktorenzerrung zugezogen", erinnert sich Strobl. Und als er so da saß, schlug schon der nächste Fahrer ein, ebenso unsanft. Es war der Brite Graham Bell. "Das war wohl das erste Mal in der Geschichte, dass der Hubschrauber losflog, um einen zu holen und dann gleich zwei eingeladen hat", schmunzelt Strobl.
Wegbegleiter. Kitzbühel hat dem 35-Jährigen letztlich viel gegeben, wie er berichtet: "Nach meinem Sieg 1997 hab' ich mit Verona Feldbusch geplaudert, 2006 durfte ich Muhammad Ali kennenlernen. Wo anders wird es Ähnliches wahrscheinlich nicht geben." Woanders ist eben auch nicht Kitzbühel. Und deshalb lud Strobl Wegbegleiter aus 16 Jahren (1991 bis 2006) ins Starthaus. Stephan Eberharter, Patrick Ortlieb, Peter Wirnsberger, Helmut Höflehner, Hannes Trinkl, Michael Walchhofer, Hansi Grugger, Christoph Gruber, Ex-Trainer, Masseure und Serviceleute erinnerten sich mit "Fritz the Cat" an die guten Streif-Zeiten - für die Strobl von Salomon auch den Original-Siegerschi der Olympia-Abfahrt 2002 überreicht bekam. "Danke. An alle, die meinen Weg begleitet haben", sagte Strobl und ging letztlich so, wie er gewonnen hatte: Mit einem großen Feuerwerk.
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Fritz Strobl als "Mozart"Foto © GEPA














