Frau starb auf Weg zum Kindergarten
Mutter (22) stieß auf unbeschranktem Bahnübergang mit Pkw gegen Zug und wurde getötet. Ihr Sohn (2) überlebte leicht verletzt. Jugendamt ist eingeschaltet.
Schrille Pfeifsignale zerrissen am Freitag in Presseggen bei Hermagor die morgendliche Stille. Einer der Anrainer der Bahnstrecke - der Metallarbeiter Alfons Robatsch - stürzte zum Fenster. "Ich hörte die wahnsinnige Pfeiferei des Zuges und gleich darauf einen lauten Knall", berichtet der 35-Jährige. "Als ich aus dem Fenster blickte, sah ich, wie die Gailtalbahn ein Auto vor sich herschob und dann zum Stehen kam." Während er die Rettung verständigte, sah Robatsch noch, wie ein in der Nähe wohnender Arzt zur Unglücksstelle lief und aus dem Kindersitz auf der Rückbank des Autowracks ein kleines Kind barg.
Tödliche Verletzungen. Der Bub - der zweijährige Samuel - hatte die Kollision auf der unbeschrankten Bahnkreuzung mit leichten Verletzungen überlebt. Für seine Mutter, die das Auto gelenkt hatte, kam jede Hilfe zu spät: Die 22-jährige Kellnerin Jaqueline N. aus Hermagor wurde in ihrem Auto derart eingeklemmt, dass sie tödliche Verletzungen erlitt. Die Einsatzkräfte - 50 Mann der FF Hermagor, Förolach, St. Stefan unter dem Kommando von Robert Koppensteiner - konnten nur mehr die Leiche der Frau bergen.
Zum Kindergarten. Die junge Mutter war mit Samuel auf dem Weg in den Kindergarten Presseggen gewesen. Warum die Autolenkerin vor der Stopptafel des unbeschrankten Bahnüberganges nicht angehalten hatte, warum sie den Zug nicht gesehen und seine eindringlichen Warnsignale nicht gehört hatte, wird wohl ungeklärt bleiben.
Maßnahmen. Die Frau war Alleinerzieherin. Als einzige Angehörige in Hermagor machte die Polizei eine Tante ausfindig. Der Hermagorer Bezirkshauptmann Heinz Pansi setzte sofort Maßnahmen zugunsten des Buben: "Eine Sozialarbeiterin unseres Jugendamtes kümmert sich um das Kind, das vorerst im LKH Villach betreut wird. Am Montag werden wir abklären, ob der Bub bei Angehörigen unterkommen kann."













