Von Menschen des Mölltales
"Tiefes Tal": Hubert Sauper schrieb ein neues Buch.
Auch im Mölltal raste in den letzten fünfzig Jahren die Zeit nur so durchs Tal. Die "Leiten" blieben zwar stehen, aber sonst wälzte sich das Meiste um. Wie soll man das festhalten? Einerseits gibt es inzwischen den Weg der Heimatmuseen, wo alte Pflüge und Rechen und anderes Zeug aufbewahrt wird. Das ist gut so.
Neues Buch "Tiefes Tal".
Aber was mache ich mit den Menschen, die einfach sterben ihre Lebenserfahrung mit ins Grab nehmen? Hubert Sauper senior hat darauf eine Antwort. Er verewigte in seinem neuen Buch "Tiefes Tal" etliche dieser Menschen, indem er Geschichten von und mit ihnen erzählt. Etwa vom Musikanten Albert, der seinen "Drummlschlögl" verschluckte, dem guten Jaksche, dem die Prothese ins Klo fiel oder von Hansl Senger, der 1949 den bis heute gültigen Streckenrekord beim Glocknerschirennen aufstellte: mit zwei Minuten und 46,5 Sekunden.
Blick auf die Welt.
Das ist wesentlich: nicht nur Pflugscharen sind Denkmäler, auch die Menschen eines Tales. Ihr Blick auf die Welt und das Zwischenmenschliche geht noch viel endgültiger vorbei wie das technische Arbeitszeug. Daher tut es gut, dass sich mit Sauper jemand an die heikle Arbeit des "Menschlichen Heimatmuseums" gewagt hat. Es wäre gut, gebe es mehr davon. Nicht nur im Mölltal. Dass es zusätzlich mit Humor passiert, sollte Zuhörer und Leser freuen.
Features
"Tiefes Tal"
"Tiefes Tal" von Hubert Sauper, Hermagoras-Verlag, 168 Seiten, 24,90 Euro. Heute, 20 Uhr: Buchpräsentation im Mautturm von Winklern.














