Kostbare Ruhe für ein Dorf
Millionen fließen in Lärmschutzmaßnahmen. Allein die Einhausung in Trebesing kostete der Asfinag 16 Millionen Euro. Ein Vorzeigemodell, das rund 1300 Einwohnern Ruhe beschert.

Foto © StöflinHier sehen Sie die Südeinfahrt der Autobahneinhausung bei Trebesing im Liesertal
Autobahnen kreuzen ganz Kärnten. Und überall leiden Anrainer unter dem Lärm, den der Verkehr verursacht. Die Asfinag greift für die Errichtung von Lärmschutzwänden mitunter tief in den Maut- und Vignetten-Topf und investiert in Baumaßnahmen gegen den lästigen Verkehrslärm (Siehe Kasten rechts).
Allein 18 Millionen Euro wurden jeweils in den Jahren 2006 und 2007 dafür verbaut, beziehungsweise verplant. "Wer neben einer stark befahrenen Straße wohnt, weiß wie anstrengend stete Lärmbelastung sein kann. Und die A10 wird 24 Stunden täglich befahren", sagt Landesverkehrsreferent Gerhard Dörfler. Die 1300 Trebesinger jedenfalls freuen sich jetzt mehrheitlich über die Einhausung - auch wenn sie stolze 16 Millionen netto kostete. "Wir hören jetzt wieder Vogelgezwitscher und das Rauschen der Lieser", sagt Touristiker Siggi Neuschitzer. Rund 30 Jahre lang schnitt die Autobahn das Dorf quasi in der Mitte durch. Durch die Einhausung, auf deren Dach man sich bewegen kann, werden die Ortsteile wieder miteinander verbunden.
Die Lebensqualität steigt: Wo vor kurzem noch 40.000 Fahrzeuge täglich fuhren, werden schon schon bald Schafe weiden und Kinder spielen. Denn das riesige Betondach mit einer Fläche von 2,4 Hektar bietet Raum für kreative Ideen. Der Betonkasten wird in den kommenden Wochen begrünt, ein Spielplatz, Wanderwege und eine Laufstrecke sollen entstehen. "Nicht nur, dass wir den Gästerückgang überwunden haben. Es gibt wieder junge Leute, die in Trebesing ihr Heim errichten - und nicht entfernt von der Autobahn", freut sich Bürgermeister Johann Oberlerchner.
Vorzeigeprojekt. "Es ist ein zukunftsweisendes Projekt, einzigartig in dieser Form in ganz Österreich", sagt Gernot Brandtner, Zuständiger für die bauliche Erhaltung des Straßennetzes der Asfinag. Neben der Einhausung wurden zu dem die Lärmschutzwände verlängert. "Die meisten Bürger begrüßen die Neuheiten", sagt Brandtner. Trotz der positiven Allgemeinstimmung gibt es aber auch Kritik: "Ich höre über den Radlgraben den Lärm, der beim Nordportal entsteht. Außerdem hab ich nur 300 Euro für die Fenstersanierung bekommen", schildert ein Anrainer. Tatsächlich profitierten nicht alle Trebesinger von der Einhausung. "Wir haben jenen Lärmschutzfenster-Zuschüsse angeboten. In Summe von rund 200.000 Euro", sagt Brandtner.
"Projekt nur folgerichtig". Ob die hohen Kosten, die zweifelsohne für eine bessere Lebensqualität sorgen, angemessen sind? "Es gibt klare Dienstanweisungen des Bundesministeriums", sagt dazu Verkehrsreferent Gerhard Dörfler. Unter gewissen Voraussetzungen haben Anwohner ein Recht auf Förderung. "Und bei der geographischen Lage von Trebesing war dieses Projekt nur folgerichtig."












