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Zuletzt aktualisiert: 04.08.2007 um 23:30 Uhr

So kämpften sie, die alten Rittersleute

Was im Mittelalter als Breitensport galt, wird heute nur noch von professionellen Stunt- reitern durchgeführt. Bei den Ritterspielen zeigt das Show-Team Kaiser sein Können.

Juliano Kaiser, der jüngste Reiter im Team zeigt sein Können

Foto © EderJuliano Kaiser, der jüngste Reiter im Team zeigt sein Können

Die Musik steigert sich zu einem bedrohlichen Crescendo. Ein Raunen geht die Zuschauer. Sie wissen, dass er gleich erscheinen wird: Targo, die Geißel der Karpaten, düsterer Krieger und Erzfeind von Prinz Artur. Manche lieben ihn, manche fürchten ihn, alle kennen ihn, den Star der Ritterspiele auf Burg Sommeregg bei Seeboden.

Acht Show-Reiter. Eine Stunde zuvor: Stefan Kaiser alias Targo und sein Sohn Stefan Kaiser junior alias Artur sitzen mit dem jüngsten Kaiser, Enkel Juliano (4) in der Waffenkammer, dem Anhänger eines Lkw, und stellen ihre Ausrüstung zusammen. Bald werden die zwei Stefans mit sechs Kollegen des Show-Team Kaiser die erste Vorstellung der 11. Ritterspiele absolvieren. "Auch wenn wir schon oft auf Burg Sommeregg aufgetreten sind, das erste Mal in einer Saison ist immer etwas Besonderes", sagt Stefan Kaiser senior, Chef des Show-Teams.

Tierische Extremsportler. Eine Woche vorher ist Kaiser mit acht Pferden auf Sommeregg angekommen. "Einige Tiere sind neu und müssen an die Arena gewöhnt werden. Der Kampfplatz bei Burg Sommeregg ist sehr begrenzt. Auf engstem Raum müssen die Tiere wenden und auf ihre höchste Geschwindigkeit sprinten. Sie sind wahre Extremsportler", erklärt Kaiser. Vorbereiten müssen sich aber auch die Menschen, besonders dann, wenn neue Tricks im Programm sind. "Nervosität spüren die Pferde sofort, man muss sich voll im Griff haben", sagt Kaiser.

Generationen. Absolut im Griff hat sich Stefan Kaiser junior. Mit seinen 13 Jahren ist er voll in die Reitschow integriert und macht mit Ausnahme des Lanzenreitens bei jeder Herausforderung mit. Der junge Kaiser schlägt sich wacker, hält mit den Erwachsenen problemlos mit und erobert viele Herzen im Publikum. "Dabei ist der Ausgang der Wettkämpfe nicht abgesprochen. Alles hängt von den Fähigkeiten der Einzelnen ab", erklärt Kaiser senior. Beim großen Finale, wenn sich Vater und Sohn - Targo und Artur - gegenüberstehen, halten die Zuschauer den Atem an.

Geringe Förderungen. Ausatmen kann dafür Burgherr und Veranstalter Frank Riegler, dieser Tage besser als "König" bekannt. Das Wetter hat bei der Eröffnung mitgespielt. "Im letzten Jahr war das beliebteste Getränk ausgerechnet der Glühmost", sagt Riegler. Der Burgherr will zwar jedes Jahr etwas Neues bieten - heuer gibt es drei Musikgruppen und mehr Handwerker. Er sieht sich aber ohne größere öffentliche Zuwendungen außerstande, mehr zu investieren. Verkaufen will er die Burg auch, hat es damit aber nicht eilig: "Wenn ich die nächsten zehn Jahre auf einen Käufer warten muss, dann warte ich eben." Währenddessen werden die Ritter zu Sommeregg weiter ihren Spielen nachgehen.

STEFAN EDER

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