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Zuletzt aktualisiert: 01.08.2007 um 19:26 Uhr

Meister Petz labte sich im Lesachtal an Honig

16-jähriger Bär knackte zum zweiten Mal Bienenstöcke. In Kärnten leben derzeit acht Braunbären.

Am 19. April tapste 'Herwig' in den Karnischen Alpen südlich von Hermagor in eine Fotofalle. Nun soll er im Lesachtal gesichtet worden sein

Foto © APAAm 19. April tapste 'Herwig' in den Karnischen Alpen südlich von Hermagor in eine Fotofalle. Nun soll er im Lesachtal gesichtet worden sein

Braunbär Herwig, der seit 13 Jahren durch Kärnten streift, ist kein Kostverächter. Sein Markenzeichen: Er knackt als Einziger der sieben bis acht männlichen heimischen Bären von Zeit zu Zeit Bienenstöcke.

Honig geschleckt. So geschehen am Montag früh in den Karnischen Alpen südlich von Maria Luggau im Bereich der "Fleggen Hütten". Zwei Bienenstöcke eines Landwirtes lockten den gefräßigen Meister Petz an. "Normalerweise laben sich die Tiere zu dieser Zeit nicht an Honig, da sie hunderte schmerzhafte Bienenstiche abbekommen", weiß Bernhard Gutleb, Bärenanwalt des Landes Kärnten. Der optimale Zeitpunkt wäre im Frühjahr oder im Herbst. Ein Kaltlufteinbruch bescherte dem 16-jährigen Bären aber ideale Bedingungen in 1200 Metern Seehöhe: Die Bienen waren bei zwei bis drei Grad Außentemperatur steif und der Honig leichte Beute. "Er hat sich mit mehr als zehn Kilogramm Honig den Bauch voll geschlagen und für die nächsten Tage genug gefressen", erzählt Gutleb.

Gourmet. Der tierische Gourmet ernährt sich in seinem hundert Quadratkilometer großen Streifgebiet vorwiegend von Beeren, Eicheln, Nüssen und Bucheckern. Doch in diesem Jahr ist seine Leibspeise der Honig, zum zweiten Mal leckte er das "gelbe Gold" genüsslich.

Bauern versichert. Für den Bauern entstehen keine Probleme: "Seit vielen Jahren zahlt die Jägerschaft über eine Versicherung alle Schäden", weist der Bärenanwalt auf eine positive Haltung der Kärntner gegenüber den pelzigen Tieren hin. Selbst wenn sie im Jahr durchschnittlich zwölf Schafe reißen sollten.

ESTHER FARYS

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