Auf ihn wird in Russland gebaut
Der Spittaler Gerhard Gritzner (56) ist seit 16 Jahren Haselsteiners "Mann in Moskau" und ein wichtiger Teil der Strabag-Erfolgsgeschichte in Russland.

Foto © StöflinGerhard Gritzner mit Gattin Michaela
REGINA ROTHAUER
Im Jahr 1973 trat der damals 22-jährige Spittaler Gerhard Gritzner eine Stelle in der Oberkärntner Baufirma Isola-Lerchbaumer an. Zuvor hatte als Verkäufer gearbeitet, den Grundwehrdienst geleistet, sich als Tankstellenpächter und Lkw-Fahrer verdingt. Seine Ausbildung bestand aus acht Jahren Volksschule im Katholischen Kinderheim Treffen und einem Jahr im Aufbaugymnasium bei den Salesianern Don Bosco in Niederösterreich. Mit dem Eintritt bei Isola-Lerchbaumer lernte Gritzner das Baugewerbe kennen. Es gefiel ihm, er blieb und durchlief die Ausbildung zum Baukaufmann.
Laufbahn. Einige Monate, nachdem der junge Spittaler bei Isola-Lerchbaumer begonnen hatte, trat ein junger Tiroler in die Führungsetage ein: Hans Peter Haselsteiner, der das Unternehmen zu ungeahnten Höhen führen sollte - über Ilbau und Bau-Holding zum Baukonzern Strabag. So unterschiedlich die Ebenen waren, auf denen die Lebenswege des Tirolers und des Spittalers verliefen: Sie kreuzten sich in der Baufirma und entwickelten sich zu einer "Autobahn des Erfolges".
Moskau. Gritzner wurde 1976 nach Libyen geschickt, ging 1979 für ein Jahr in die Tschechoslowakei und war von 1980 bis 1990 Niederlassungsleiter der Ilbau im Irak. Der Spittaler - ein Riesentalent im Verhandeln, im Eingehen auf andere Menschen und Mentalitäten, im Aufbauen von Kontakten - bewährte sich in den Arabischen Ländern derart, dass er 1991 nach Moskau versetzt wurde: Er sollte den Boden für Bauprojekte in Russland aufbereiten, einem Land, in dem Haselsteiner als einer der Ersten den gigantischen Zukunftsmarkt erkannte.
Russland-Chef. Seit 16 Jahren ist Gritzner nun Haselsteiners "Mann in Moskau". Längst ist der Baukaufmann zum Chef der Strabag-Russland avanciert. Und seit 1. Jänner 2007 ist der 56-Jährige auch im Strabag-Konzern ganz weit oben angelangt: Haselsteiner holte seinen tüchtigen Mitarbeiter in den 20-köpfigen Vorstand. "So unbedingt wollte ich erst gar nicht in den Vorstand", meint Gritzner bescheiden, um gleich wieder unternehmungslustig seine großen dunklen Augen zu rollen: "Aber jetzt ist es eben so - also gemma's an!", lacht er unter seinem Schnurrbart hervor.













