Sommeregg zu verkaufen
Burg bei Seeboden aus dem Jahr 1080 steht um 3,9 Millionen Euro zum Verkauf. Es droht Gefahr, dass die touristische Nutzung perdu ist.

Foto © APA"Ausgerittert"?
120.000 Besucher hat die Burg Sommeregg, die vor allem durch ihre Ritterspiele und das Foltermuseum bekannt ist, jedes Jahr. Doch ihr Besitzer, der 44-jährige Frank Riegler, möchte sie lieber heute als morgen verkaufen: Er hat zwei Makler-Unternehmen damit beauftragt, das 35.000 Quadratmeter große Anwesen um 3,9 Millionen Euro zu verkaufen.
Proteste, Frust und wenig Geld. Riegler, der die Immobilie vor 16 Jahren gekauft hat, ist gefrustet vom Burgherren-Dasein. Er listet seinen Ärger auf: "Anrainer-Proteste, wenig Rückendeckung von der Gemeinde. Und vom Land werden Veranstaltungen wie die Karl-May-Festspiele mit 100.000 Euro gefördert, meine Ritterspiele dagegen mit nur 7000 Euro, wo ich doch 150.000 Euro allein an Künstlergagen habe."
Interessenten. Obwohl: Interessenten, die sich mal eben um knapp vier Millionen einen Tourismusbetrieb samt Restaurant aufhalsen, wird es kaum geben. Riegler sagt: "Bisher haben sich nur Leute gemeldet, bei denen Geld keine Rolle spielt und die sich aus Burg ein Privat-Domizil machen wollen."
Verkauf? Seebodens Bürgermeister Egon Eder (BZÖ) wiegt sich indes in Sicherheit: "Ich glaube nicht, dass die Burg so schnell verkauft wird. Wenn doch, wäre das natürlich ein gewaltiger Rückschritt für unsere Region, ein Höhepunkt samt rührigem Unternehmer würde verschwinden."
Unterstützung. Die Kritik an mangelnder Unterstützung lässt Eder nicht gelten: "Wir haben Herrn Riegler sogar einiges von der Vergnügungssteuer nachgelassen."













