Neue und gefährdete Schmetterlingsarten in Kärnten
Unglaublich vielfältig ist die Welt der Schmetterlinge in den Kärntner Alpen. Im Nationalpark Hohe Tauern konnten sogar zwei Arten erstmals in unserem Bundesland nachgewiesen werden.

Foto © KK/Nationalpark Hohe Tauern, Wilhelm GailbergerDer Weißpunktierte Mohrenfalter kommt auch in Mallnitz vor
Steinbock, Murmeltier und Bartgeier sind die allbekannten Aushängeschilder aus der Tierwelt des Nationalparks Hohe Tauern.
Bei genauerem Hinsehen haben die vielfältigen Lebensräume von den Talböden bis in die hochalpinen Regionen bedeutend mehr zu bieten.
620 Arten.
Es flattert am Tag und schwirrt in der Nacht in einer unglaublichen Artenfülle. Alleine im Seebach- und im Tauerntal bei Mallnitz
sind in den letzten drei Jahren dem Schmetterlingsforscher vom Landesmuseum Kärnten, Christian Wieser, über 620 verschiedene Arten
an Tag- und Nachtfaltern ins Netz gegangen.
Verlockung.
Das Schmetterlingsnetz ist wie zu Zeiten eines Karl May nach wie vor die Methode um Tagfalter wie Mohrenfalter, Weißling oder Bläuling
aus der Nähe betrachten und sicher bestimmen zu können. Utopisch muten hingegen die in der Nacht verwendeten "Leuchttürme" an um die "Motten"
zum Licht zu locken. Optisch wie ein UFO aussehend, zieht das UV-Licht nachtaktive Schmetterlinge magisch an. Mehrere tausend Individuen
können sich bei optimalen Bedingungen in den beinahe unberührten Naturzonen wie dem hinteren Seebachtal an so einem Leuchtturm versammeln.
Erstmals in Kärnten.
Nach der Registrierung der Arten werden sie allesamt wieder in die Einsamkeit der Nacht des Nationalparks entlassen.
Vor allem die Tauernmähder im Tauerntal und die Südflanken im hinteren Seebachtal sind Rückzugsgebiete für höchst seltene, gefährdete
und kaum jemals in Kärnten festgestellte Arten. Unter den Winzlingen bei den Nachtfaltern wurden der Zahnflügelfalter Epermenia profugella und die Trugmotte Heringocrania unimaculella
überhaupt erstmals für das Bundesland nachgewiesen.
Rote Liste. 70 Arten sind in den Roten Listen gefährdeter Schmetterlinge Kärntens mit einem
Gefährdungsgrad eingestuft. Unter den Endemiten des Alpenraumes, also Arten die ausschließlich in einem begrenzten Raum des Alpenbogens vorkommen,
reicht die Verbreitung des weißpunktierten Mohrenfalters Erebia claudina bis in die Randzonen des Nationalparks.
Optisch prächtige Falter wie der Alpenapollo oder der Meister der Tarnung, das Grüne Blatt, aber auch die bizarre Raupe des Buchenspinners und der
farbenfrohe Braune Bär sind einige wenige Beispiele aus der Schmetterlingsvielfalt der Seitentäler um Mallnitz.
Spannende Funde.
Mit der Untersuchung des Zirknitztales sind weitere spannende Funde im Nationalpark Hohe Tauern zu erwarten.
Die gewonnenen Daten fließen in das vom Nationalparkrat Hohe Tauern finanzierte Projekt "Die Schmetterlinge des Nationalparks Hohe Tauern" ein.
Features
Flatterhaft
70 Arten sind in den Roten Listen gefährdeter Schmetterlinge Kärntens mit einem Gefährdungsgrad eingestuft. Arten die ausschließlich in einem begrenzten Raum der Alpen vorkommen: weißpunktierter Mohrenfalter, Alpenapollo Grünes Blatt, Buchenspinner, Brauner Bär u.v.m.
Kontakt
Christian Wieser,
Kärntner Landesmuseum, Viktringer Ring 7, 9020 Klagenfurt.
Tel.: 050/536- 305 80,
Mobil: 0664/80 53 63 05 80,
E-Mail
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Bild vergrößernDie bizarre Raupe des Buchenspinners Foto © KK/Nationalpark Hohe Tauern, Wilhelm Gailberger














