Wirbel um Polizeieinsatz bei Familienfeier
Nach Polizeieinsatz bei Familienfest in Spittal: Mutter kritisiert mangelndes Einfühlungsvermögen, Polizeichef kritisiert mangelnde Aufsichtspflicht.Von Andrea Steiner.

Foto © KLZ/Andrea SteinerVor diesem Innenstadtlokal kam es Samstagnacht zu einem hitzigen Wortgefecht zwischen Eltern und Polizei
Zahlreiche Reaktionen rief der Bericht in der Kleinen Zeitung über den Einsatz von Bezirkspolizeikommandant Johann Schunn in Spittal hervor. Wie berichtet, ortete Schunn eine Verletzung der Aufsichtspflicht von Eltern, weil Lilli (7) und Timo (5) nach 23 Uhr vor dem Lokal "Kuckuck" auf einer Verkehrstafel herumturnten.
Am Dienstag meldete sich nach dem Vater von Timo auch die Mutter von Lilli zu Wort. Susanna Moser: "Wir hatten das Lokal für eine Familienfeier gemietet und die Kinder, wenn sie vor dem Lokal spielten, immer unter Aufsicht. Das Einschreiten von Schunn hat meine siebenjährige Tochter als sehr bedrohlich empfunden. Sie kennt nur den netten Polizisten aus der Volksschule und hatte vor diesem alten, grauhaarigen Mann ohne Uniform nur Angst."
Moser kritisiert, dass es in diesem hitzigen Wortwechsel noch die Möglichkeit gegeben hätte, die Situation nicht so eskalieren zu lassen. Der Bezirkspolizeikommandant wies erneut darauf hin, dass kein Erwachsener die Kleinkinder beaufsichtigt hatte. "Das völlig uneinsichtige und patzige Verhalten eines Vaters - dieser sagte: ,Hat die Polizei nichts Besseres zu tun, als sich um solche Kleinigkeiten zu kümmern?' - wurde von weiteren aufgebrachten Erwachsenen verstärkt. Deshalb entschloss ich mich, meinen Kollegen den Auftrag zur Anzeige zu geben", sagt Schunn, der betont, dass die Polizei die Aufgabe des Jugendschutzes sehr ernst nimmt: "Eltern leider zu oft nicht. Das erleben wir an jedem Wochenende."














