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Zuletzt aktualisiert: 24.08.2012 um 10:52 UhrKommentare

Gedenken an den Erbauer der Glockner Hochalpenstraße

Der legendäre Erbauer der Großglockner Hochalpenstraße, der Visionär und Straßenbau-Pionier Franz Wallack, wäre am 24. August 125 Jahre alt geworden. In Salzburg wurde ihm an seinem Ehrengrab gedacht.

Johannes Hörl (Vorstand Großglockner Hochalpenstraßen AG), AR-Vorsitzender Wilfried Haslauer (Salzburg), Betriebsrats-Vorsitzender Josef Lechner, LAbg. Bgm. Peter Suntinger (Kärnten)  - von links - bei der Kranzniederlegung am Ehrengrab in der Stadt Salzburg

Foto © KK/GROHAGJohannes Hörl (Vorstand Großglockner Hochalpenstraßen AG), AR-Vorsitzender Wilfried Haslauer (Salzburg), Betriebsrats-Vorsitzender Josef Lechner, LAbg. Bgm. Peter Suntinger (Kärnten) - von links - bei der Kranzniederlegung am Ehrengrab in der Stadt Salzburg

Franz Wallack, damals Mitarbeiter des Kärntner Landesbaudienstes erregte als Konstrukteur und Manager von Industrie- und Wasserschutzbauten die Aufmerksamkeit seiner Vorgesetzten. Als 1922 die Idee auftauchte, den Österreichischen Tourismus durch eine Großglockner Hochalpenstraße anzukurbeln, betraute man den 35-jährigen Wallack mit diesem Projekt. An Nord – Südverbindungen gab es damals nur den abschreckenden steilen Katschberg und mit der Bahn die Tauernschleuse.

Bau der Großglockner Hochalpenstraße

Wallack begann seine Arbeit mit einer bis dahin beispiellos gründlichen Erhebung aller relevanten Fakten. Auf eigene Kosten bereiste er sechs Wochen lang alle Passstraßen der Alpen, notierte alle irgendwie nutzbaren Daten und legte sie seinen sichtlich beeindruckten Auftraggebern in einer fingerdicken Studie vor: Steigungen und Kurvenradien, Straßenbeläge und Erhaltungskosten, Frequenzzahlen und Mauten, Ausstattung von Bussen und Berghotels, Werbung – und alles bemessen an der Leistungsfähigkeit der Autos. Überdies konnte Wallack als begeisterter und erfahrener Alpinist die Verhältnisse in den Hohen Tauern realistisch einschätzen. Aus seiner Datensammlung schloss Wallack, dass eine Großglockner Hochalpenstraße eine erstrangige touristische Attraktion werden würde, weil sie nicht nur bis an einen Gletscher, sondern als Neuheit hoch über einen Gletscher hinauf führe. Deshalb zöge sie auch mehr Besucher an als die berühmte Dolomitenstraße. Sein erstes Projekt sah entsprechend dem noch schwach entwickelten Autoverkehr eine drei Meter breite Sandstraße mit Ausweichen auf Sichtweite vor. Doch es fanden sich keine Investoren, obschon Wallack sein Projekt auf zwei Fahrspuren verbesserte. Erst die Weltwirtschaftskrise von 1929 mit bis zu 26 Prozent Arbeitslosigkeit brachte Wallacks Plan vom Reißbrett. Der Beharrlichkeit und Durchsetzungskraft des Salzburger Landeshauptmannes Franz Rehrl ist es zu verdanken, dass die österreichische Regierung den Bau finanzierte und somit auch viele Arbeitsplätze schaffen konnte. Das brachte von 1930 bis 1935 durchschnittlich 3200 Arbeitslose zu Lohn und Brot. Ehe die Straße in nach damals sensationell kurzer Bauzeit von nur fünf Jahren am 3. August 1935 eröffnet werden konnte.

Franz Wallack formulierte seine damalige Arbeit einmal so: "Die Straße sollte sich harmonisch in das Landschaftsbild einfügen. In dieser erhabenen Bergwelt wäre es eine Vermessenheit gewesen, hätte ich mit den Mitteln der Technik der Natur den Rang ablaufen wollen. Die ungeheure Großartigkeit ihrer Umgebung gab der Straße ja einen derart unvergleichlichen Rahmen, dass jeder Versuch, auftretende technische Schwierigkeiten anders als auf die einfachste Weise meistern zu wollen, anmaßend und abstoßend wirken würde."

Franz Wallack, ein gebürtiger Wiener, war dann noch über 3 Jahrzehnte als Vorstand der Großglockner Hochalpenstraßen AG tätig und baute in dieser Zeit nicht nur die Großglockner Hochalpenstraße, um zeitgemäßen Anforderungen zu entsprechen, noch Zug um Zug aus. Es plante und setzte auch den Bau der Gerlos Alpenstraße um, die heuer ihr 50-jähriges Bestandsjubiläum feiert.

(Quelle: GROHAG)


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Bild vergrößernVisionär und Straßenbau-Pionier Franz Wallack (1887 – 1966)Foto © KK/GROHAG

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