Promenade wird zum Fall für den Richter
Seepromenade Döbriach: Ein Streit um den Zugang auf dem Grund der Familie Cerny ist in Raden-thein entbrannt. Nun soll das Gericht klären, ob es ein öffentlicher Weg ist oder nicht.

Foto © KK/Privat"Privatgrundstück. Betreten verboten, Schiffsstation aufgelassen!" steht auf Schild auf dem Cerny-Grund
Schweres Gerät musste laut Bürgermeister Martin Hipp anfahren, um die von der Familie Cerny aufgestellte Absperrung entlang der Seepromenade in Döbriach wieder zu entfernen. Daraufhin sah sich Richard Cerny veranlasst, die Stadtgemeinde auf Wiederherstellung und Unterlassung zu klagen.
Konkret handelt es sich bei dem Streit zwischen den neuen Eigentümern des Cerny-Grundstückes, auf dem bis vor wenigen Jahren eine Schiffsanlegestelle war, und der Stadtgemeinde Radenthein, um die Frage, ob der Grund, durch den die Promenade verläuft, öffentlich ist oder nicht. Die Stadtgemeinde sagt, das Durchgangsrecht sei "ersessen", weil die Bürger dort schon seit über hundert Jahren durchgehen.
Ortsverschönerung
Die Cernys hingegen sagen, dass es nur ein Durchgangsrecht gegeben habe, als der Gastronomiebereich und die Schiffsstation noch bestanden haben. Nachdem beides nicht mehr in Betrieb ist, hätte der Weg seinen Öffentlich-keitscharakter verloren.
Dieter Burgstaller, FPK-Gemeinderat, der in Döbriach einen Campingplatz betreibt: "In den 1940er-Jahren gab es eine Vereinbarung zwischen den Grundbesitzern und dem damaligen Ortsverschönerungsverein, wonach die Seepromenade öffentlich ist und der Verein deren Pflege übernimmt. Laut Flächenwidmungsplan ist die Promenade nachweislich öffentlicher Weg." Den Cernys zufolge hört die Promenade vor ihrem Grundstück auf. Das würden auch Grundbuchauszüge beweisen.
Am 4. Oktober wird es dazu eine Verhandlung am Bezirksgericht in Spittal geben. Bis dahin sollen 15 Zeugen namhaft gemacht werden, die bezeugen können, dass der Weg durch das Cerny-Grundstück schon immer öffentlich war. Eine durchgängige Seepromenade wäre auch im Sinn der Millstätter See Tourismusgesellschaft, will sie doch die Promenaden in den nächsten Jahren noch attraktiver gestalten.
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Kommentar
Der Streitfall
Verbot. Das Hotel Cerny wurde aufgrund fehlender Nachfolger geschlossen. Verwandte kauften das Areal. Eine Hälfte gehört Richard Cerny, der 2010 begonnen hat, Verbotstafeln aufzustellen.
Klage. Die Stadt Radenthein hat diese bis dato entfernen lassen, weil die Seepromenade immer öffentlich war. Nun klagen die Cernys auf Wiederherstellung.














