"Köfers Schritt hat sich bereits abgezeichnet"
Eine massive Kritikwelle löste Gerhard Köfers Übertritt zu Frank Stronachs Bewegung bei den ehemaligen SPÖ-Kollegen im Bezirk aus.

Foto © APA/EggenbergerGerhard Köfer (rechts) ist zu Frank Stronachs Partei übergetreten und handelte sich bei ehemaligen SPÖ-Kollegen viel Kritik ein
Die Gefühlspalette reichte von geschockt, enttäuscht über überrascht bis hin zu beherrscht und abgeklärt, als Gerhard Köfers SPÖ-Parteikollegen aus dem Bezirk vergangenen Dienstag von seinem Übertritt zur Stronach-Partei erfuhren.
Die Kleine Zeitung fragte bei "SPÖ-Urgesteinen" nach, wie sie diesen Schritt des Spittaler Bürgermeisters sehen. In einem sind sich die Befragten einig. Mit Einführung der neuen SPÖ-Parteistatuten, die die Kandidatur eines Bürgermeisters zum Nationalratsabgeordneten nicht mehr vorsehen, sobald die Gemeinde mehr als 10.000 Einwohner hat, war klar, dass Köfer neue Wege einschlagen würde, um die Ämter des Bürgermeisters und des Nationalratsabgeordneten behalten zu können. "Innerlich hat sich Köfer aus der SPÖ schon lange verabschiedet", bringt es Bürgermeister Gottfried Mandler auf den Punkt.
Adam Unterrieder, Ehrenbezirksparteiobmann: Gerhard Köfers Übertritt zu Frank Stronach war nicht sauber. Entweder hat man eine Gesinnung oder nicht. Wären im Wahlkampf für Köfer nicht so viele gerannt, hätte er die Direktwahl zum Bürgermeister nie so erfolgreich geschlagen. Sein jetziger Schritt ist Wahlhelfern, Funktionären und den Wählern gegenüber unfair.
Heinrich Gerber, Bürgermeister in Baldramsdorf: Obwohl ich mir gedacht habe, dass es Gerhard Köfer zuzutrauen ist, dass er zu Stronach wechselt, war ich doch erschüttert, als es bekannt wurde. Er hat die SPÖ nur benutzt, um seinen eigenen Neigungen nachzugehen. Er hat immer seine Person in den Vordergrund gestellt, war aber nie bereit, sich in ein größeres Ganzes einzufügen.
Gottfried Mandler, Bürgermeister in Irschen: Wenn Frank Stronach kein größeres Kaliber als Gerhard Köfer anzieht, ist er sowieso schon gescheitert. Für Köfer wird es ein Schuss ins eigene Knie werden. Es ist nicht fair, für eine Partei zu kandidieren, und sich mitten in der Periode zu verabschieden. Hätte er Rückgrat, würde er sein Bürgermeisteramt zurücklegen.
Alfred Tiefnig, Bezirksparteiobmann: Ich kenne Gerhard Köfer seit 35 Jahren. Für seine besonderen Ideen war er bekannt, diese waren aber immer sehr ichbezogen. Sein Geltungsbedürfnis und der Lockruf des Geldes dürften ihn zum Übertritt bewogen haben. Wir werden Reisende nicht aufhalten. Die Geschichte zeigt aber, dass neue Parteien meistens nur sehr kurzlebig sind.
Günther Novak, Bezirksparteiobmann-Stellvertreter: Gerhard Köfers Entwicklung hat sich abgezeichnet, als er den Bezirksobmann zurückgelegt hat. Politisch wäre er in der SPÖ Kärnten nicht mehr weitergekommen. Wenn er sich nun Hoffnung auf den Landeshauptmann macht, wird er es genau so wenig werden wie ein Seppi Bucher. Diesen Schritt wird er eines Tages bereuen.
Johann Oberlerchner, Bürgermeister Trebesing: Wie kann jemand, der vorgibt, durch und durch SPÖ-Politiker sein, zu einem Milliardär wechseln? Noch mehr wundert es mich, dass sich auch Funktionäre der Spittaler Stadtpartei von ihm hinreißen ließen und mit wehenden Fahnen übergetreten sind, obwohl sie Frank Stronachs Parteiprogramm nicht einmal kennen.














