Gipfelsieg für die Liebe
Am Katschberg feiert das höchste Standesamt Österreichs Ein-Jahr-Jubiläum. Es ist die Idee eines Wirtes, der aber selbst noch nicht unter der Haube ist.

Foto © GabrielGamskogelwirt Aschbacher im Trauungssaal, durch den die Landesgrenze geht
Aus Deutschland sind sie gekommen, aus Holland und natürlich aus ganz Österreich: Jene 33 Paare, die ihre Eheschließung nicht nur im übertragenen Sinn als Höhepunkt der Beziehung begreifen. Kristin und Robert, Alexandra und Karsten, Juliana und Florian, Christiane und Manuel: Sie alle haben sich am Katschberg auf 1850 Meter Höhe das Jawort gegeben bzw. es erneuert.
Jetzt im August feiert das höchste Standesamt Kärntens und auch Österreichs Ein-Jahr-Jubiläum. Es ist ein schmucker Saal im ersten Stock der urigen Gamskogelhütte. Junior-Chef Peter Aschbacher (42) hat ihn eingerichtet und in jahrelanger Überzeugungsarbeit durchgeboxt, nachdem zahlreiche Gamskogelgäste den Wunsch geäußert hatten. 60 Leute haben im Trauungssaal Platz.
Die Standesbeamten kommen aus Rennweg. Daher muss auch die Unterschrift in Kärnten geleistet werden, was in der Gamskogelhütte nicht leicht ist, denn die Landesgrenze führt mitten durch das Haus. "Toiletten und Treppe sind in Salzburg. Aber die Unterschrift im Trauungszimmer wird ja vorne am Schreibtisch geleistet, der in Kärnten steht", sagt Aschbacher.
Pferdekutsche
200 Gäste können in der Hütte, die ganzjährig geöffnet ist, feiern. Jeder nach seiner Fasson: mit Steak oder Forelle, Musikkapelle oder ohne. Freilich nicht ohne einen Heuschnaps getrunken zu haben, für den das Haus bekannt ist. Auch eine Segnung in der 50 Meter entfernten Marienkapelle ist möglich: allerdings bisher nur evangelisch.
Den "Aufstieg" ins Eheleben tun viele zu Fuß. Andere kommen mit dem (Ski-)Taxi oder der Pferdekutsche.
Aschbacher organisiert mit seiner Lebensgefährtin Nina Strafner (die beiden sind seit 13 Jahren zusammen und stammen beide aus Rennweg) und ihrer zwölfjährigen Tochter Annabell alle Eventualitäten wie Fotograf, Shuttle oder Blumenschmuck.
Sein eigenes Geschenk an die Paare ist gleichzeitig eine tolle Werbung für ihn: Alle Eheleute werden mit einem roten Herz aus Holz, in das ihre Namen geschrieben sind, am Zaun verewigt. Allein dieser Zaun ist innerhalb des ersten Jahres zur Attraktion geworden.
Aschbacher selbst hat sich allerdings noch nicht "getraut". Er tut sich schwer mit den Terminen. Bis Herbst hat er jedes Wochenende Hochzeiten, die nächste ist an diesem Freitag.
Features
Heiraten am Berg
Die Landesgrenze zu Salzburg verläuft durch die Gamskogelhütte bzw. das Standesamt.
Wirt Peter Aschbacher ist der zukünftige Schwiegersohn des Hauses, das Andi und Sieglinde Strafner aufgebaut haben.
Infos: www.gamskogel.at
Telefon: (0 66 4) 337 66 78.












