"Wasser-Infos mangelhaft"
Betreiber von Spittaler Großküchen wie Sozialhilfeverband und Kolpinghaus fühlen sich zur Trinkwasser-Problematik unzulänglich informiert. Stadtgemeinde verweist auf Medien-Info.

Foto © Martina PirkerIn dieser großen Kippbratpfanne kocht Küchenchef Wilfried Pucher seit über einer Woche Trinkwasser ab
Nicht das Abkochen des Wassers ist das Problem, sondern die Ungewissheit. Wir kennen den Verschmutzungsgrad des Wassers nicht und wir wissen nicht, wie lange es noch abzukochen ist", sagt Wilfried Pucher, Chef der Zentralküche des Sozialhilfeverbandes (SHV) in Spittal. Er kocht täglich knapp 400 Portionen für die Altenpflegeheime Marienheim, Peinten und Albertinistraße, sowie für Hort und Kindergarten in Spittal.
Problem selbst gelöst
SHV-Direktor Thomas Schell kritisiert, dass er von der Stadtgemeinde Spittal erst vier Tage nachdem das Wasser verunreinigt wurde, informiert worden ist: "Wir haben aus den Medien von den Problemen erfahren und die Angelegenheit zur Gänze selbst gelöst, indem wir das Wasser abkochen und in Kanistern bereitstellen, darüber hinaus gibt es in allen drei Heimen Mineralwasser." Im Sinne der ihm anvertrauten älteren Menschen und Mitarbeiter hätte sich Schell umfangreichere Informationen gewünscht, und zwar schon in der Früh des 31. Juli. Wie berichtet haben Unwetter, die in dieser Nacht niedergegangen waren, eine Hauptzuleitung des Spittaler Trinkwasser-Versorgungsnetzes verunreinigt.
Ähnliche Situation im Kolpinghaus in Spittal. Laut Heimleiter Christian Pober gab es seitens der Stadt überhaupt keine Infos. "Wir haben von Gästen und aus den Medien von der Trinkwasser-Problematik erfahren. Seither beginnt der Betrieb in der Küche nicht um 6 Uhr, sondern um 5.30 Uhr, weil täglich an die 200 Liter Wasser abgekocht werden müssen, um rund 250 Essensportionen zubereiten zu können. Zu den Kunden zählt auch die Sozialaktion "Essen auf Rädern".
Den Vorwurf mangelnder Information lässt Bürgermeister Gerhard Köfer nicht gelten: "Unser Krisenmanagement wird sehr gelobt. Wir haben über Zeitungen, Fernsehen, Radio, Facebook und Twitter über das verunreinigte Wasser laufend informiert und der Bevölkerung geraten, das Trinkwasser abzukochen." Für Donnerstag wird das Ergebnis einer neuerlichen Überprüfung der Qualität des Trinkwassers erwartet.
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Defizit im Rathaus
"Angemerkt" von Andrea Steiner
Seine Info-Politik sollte der Bürgermeister der Stadt Spittal als oberstes Sicherheitsorgan vielleicht doch etwas überdenken. Sich bei der Information der Bevölkerung über ungenießbares Wasser auf die Medien zu verlassen, ist gewagt. Es soll ja Mitbürger geben, die keine Zeitung lesen und auch sonst am Tagesgeschehen nur flüchtig interessiert sind. Wie diese Wasserkonsumenten – und deren wird es in einer 16.000-Einwohner-Stadt wie Spittal doch etliche geben – erfahren sollen, dass sie das Trinkwasser schon seit über zehn Tagen vor dem Genuss abkochen sollen, bleibt ein Rätsel. Eine Information per Postwurf würde dieses Defizit beheben.














