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    Zuletzt aktualisiert: 04.08.2012 um 20:16 UhrKommentare

    Startschuss für Heizwerk im Herbst

    Nach wie vor gibt es zwei Anbieter für Fernwärme in Spittal. Eine der beiden Gruppen wird im September mit dem Bau des Wärmenetzes und des Heizwerkes beginnen.

    Über eine zeitgemäße Wärmeversorgung wird in Spittal seit Jahren diskutiert, nun zeichnet sich eine Realisierung ab. Laut Bernd Sengseis, SPÖ-Stadtrat, Energie- und Umweltreferent, wurden die Bewilligungen für den Bau des Fernheizwerkes und des Leitungsnetzes erteilt. Das Heizwerk plant die "Bioenergie für Spittal GmbH" mit Geschäftsführer Anton Aschbacher auf einem Strabag-Areal gegenüber des Stahlgroßhandels "Ferrochema" im Osten Spittals zu errichten. Den Leitungsbau und den Vertrieb der Fernwärme übernimmt die Kelag. Baubeginn für beide Vorhaben soll in zwei bis drei Wochen sein.

    Teilung in Ost und West

    Wie berichtet gibt es auch eine zweite Bietergruppe, die die Stadt mit Wärme beliefern möchte. Es handelt sich dabei um die "Bioprojekte Spittal GmbH" mit Franz Aschbacher und Christian Pirker-Frühauf als Gesellschafter in Zusammenarbeit mit der Griesserholding in Villach. Auch sie haben bereits die Bewilligung für den Leitungsbau seitens der Stadtgemeinde erhalten. Auf die Frage, ob das bedeutet, dass nun zwei Unternehmen Spittal mit Biowärme versorgen werden, antwortet Sengseis: "Die ,Bioenergie für Spittal GmbH' wird im Osten der Stadt beginnen, die zweite Bietergruppe wird sich wahrscheinlich auf den Westen konzentrieren."

    Die Nachfrage bei Franz Aschbacher hat ergeben, dass seine Geschäftspartner nach wie vor am Projekt festhalten: "Platz ist in einer Stadt wie Spittal für beide. Edelgasproduzent Griesser steht nach wie vor in Verhandlungen mit großen Abnehmern in Spittal. Sobald das Werk steht, können wir die Abwärme, die bei der Gaserzeugung als Nebenprodukt entsteht, vertreiben. Umwelttechnisch hat das Verfahren den Vorteil, dass 90 Prozent der Holzenergie ausgenutzt werden. Bei einem herkömmlichen Heizwerk beträgt die Auslastung nur rund 30 Prozent." Als realistischen Baubeginn nennt Aschbacher 2013.

    Die Kelag steht bereits in den Startlöchern und will Anfang September mit dem Bau der ersten Vier-Kilometer-Leitung beginnen. Kelag-Vorstandssprecher Hermann Egger: "Mit der Stadtgemeinde und einer ausreichenden Anzahl privater Wärmebezieher haben wir die Verträge unter Dach und Fach. Zur Konkurrenz stehe ich gelassen." Laut Anton Aschbacher ist das Fernheizwerk so konzipiert, dass es die gesamte Stadt versorgen wird. Die geplante Wärmeproduktion beläuft sich auf 30 bis 40 Gigawattstunden pro Jahr: "Unser Vorteil ist, dass wir ein konkretes Projekt, alle Bewilligungen und ein Grundstück haben. Wir können also sofort beginnen."

    Konkurrenz belebt

    Mitbewerber Franz Aschbacher sieht nichts Schlechtes darin, dass es zwei Bieter gibt, weil sich dadurch für die Bürger günstigere Tarife ergeben: "Wir punkten mit langjähriger Erfahrung, innovativer und umweltschonender Energieerzeugung sowie niedrigeren Gebühren."

    MARTINA PIRKER

    FAKTEN

    Bioenergie. Spittaler Unternehmen wie Klausner, Krobath, Geotec, Astra Bioenergie und die Strabag haben sich zur "Bioenergie für Spittal GmbH" zusammengeschlossen und kooperieren mit der Kelag.

    Bioprojekte. Die A&P Bioenergie OG mit Franz Aschbacher und Christian Pirker-Frühauf sowie der Edelgasproduzent "Griesserholding" aus Villach bilden die "Bioprojekte Spittal GmbH".

    Ziel. Fernwärme für Spittal.

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