Unwetterfront fegte über Kärnten
Sintflutartige Regenfälle verursachten in der Nacht auf Sonntag Murenabgänge und Überflutungen. Straßen wurden gesperrt, Grenzübergänge sind nicht passierbar. Ein vollbesetztes Auto wurde am Wurzenpass von einer Gerölllawine mitgerissen.

Foto © Hermann Sobe
Regen, Regen, Regen! In weiten Teilen Kärntens kam es am Wochenende zu Murenabgängen und Überflutungen. In Ferlach fielen binnen 24 Stunden 90 Liter Regen pro Quadratmeter. Schon am Samstagabend waren viele Feuerwehren im Großeinsatz. Auf dem Wurzenpass wurde ein Auto während der Fahrt von einer Mure erfasst. In dem Fahrzeug befand sich eine Familie aus Tschechien.
"Die Eltern und ihre zwei Kinder hatten riesiges Glück. Die Mure schob sich regelrecht unter ihr Auto. Doch alle blieben unverletzt. Wir zogen den Pkw von den Geröllmassen, dann konnten die Betroffenen wieder weiter- fahren. Das Fahrzeug war bis auf zwei, drei Kratzer unbeschädigt", sagt Michael Miggitsch, Chef der Feuerwehr Arnoldstein. Die Straßen über den Wurzen- und den Loiblpass mussten vorübergehend gesperrt werden.
In Gmünd beschädigten Wasser und Schlamm zwei Wohnhäuser und ein Schwimmbad. "Plötzlich hat es einen Klescher gemacht. Als ich nach draußen ging, lagen hinter dem Haus schon Steine, Schotter und Schlamm, mindestens einen Meter hoch. Der Zaun war eingerissen und unser Swimmingpool ruiniert", sagt Otto Schwarzer, einer der betroffenen Hausbesitzer.
Bei ihm wurden schlimme Erinnerungen wach. "Furchtbar. 1996 wurde unser Haus schon einmal von einer Mure heimgesucht. Damals waren alle Räume im unteren Stock bis zur Decke voll mit Dreck." Diesmal konnten die Feuerwehren Schlimmeres verhindern. Sie legten Entlastungsgräben an, um die Wassermassen abzuleiten. Der Schock bei den Bewohnern saß tief.
Nicht weniger angespannt war die Situation in der Oberkärntner Gemeinde Patergassen: Dort donnerte am Sonntagvormittag zwischen mehreren Bauernhöfen eine 20 Meter breite Mure ins Tal. Menschen und Gebäude waren nicht gefährdet.
Vom Starkregen betroffen war auch die Drau. Bei allen Draukraftwerken wurde erhöhter Wasserstand festgestellt. Sonntagnachmittag beruhigte sich die Lage langsam. Insgesamt gab es mehr als 100 Feuerwehreinsätze im ganzen Land.
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Hangrutsch in PatergassenFoto © Polizei
















