Alex Barendregt: "Erstes Mal war ein Flop"
Der 36-jährige Alex Barendregt organisiert seit 15 Jahren das Bodypainting-Festival - erst in Seeboden, mittlerweile in Pörtschach. Er lässt sich selbst aber nur ungern anpatzen.

Foto © KLZHasslerAlex Barendregt spricht Klartext: "Wenn man sich dafür entscheidet, dass der Wörthersee für Events steht, dann müssen mehr her
Sie veranstalten das Bodypainting-Festival nun schon seit 15 Jahren. Wollen Sie in Ihrem Alter nicht endlich etwas Ernsthaftes anfangen?
ALEX BARENDREGT: Nein. Mir macht das Spaß. Sehr viel Spaß sogar. Das soll aber nicht heißen, dass ich die Kunstform Bodypainting nicht ernst nehme. Im Gegenteil. Ich habe mir damit eine ganz schöne Verantwortung aufgeladen. Als ich vor 15 Jahren das erste Event dieser Art veranstaltet habe, hat es keine Bodypainting-Szene gegeben. Ein paar Künstler sind damals als Einzelkämpfer unterwegs gewesen. Durch unser Event haben sie sich vernetzt. Aus dem European-Bodypainting-Festival ist das World-Bodypainting-Festival geworden. Es gibt mittlerweile eine weltweite Community und sogar eine dazugehörige Farbenindustrie.
Sie sind das schon oft gefragt worden, aber noch nie von mir. Also: Wie kommt man auf die Idee, ein Bodypainting-Festival zu veranstalten?
BARENDREGT: Eine Kunststudentin aus München hat mich darauf angesprochen. Ich bin neu im Tourismus am Millstätter See gewesen und in ganz Kärnten hat man auf Events gesetzt. Ohne lange darüber nachzudenken, haben wir es mit Bodypainting probiert. Mein Gott, war das ein Flop!
Ein Flop?
BARENDREGT: Ja. Am Abend hat es im Stift Millstatt ein Clubbing gegeben. Da haben wir mehr Anzeigen als Besucher gehabt und die Kleine Zeitung hat unter dem Titel "Lärmwolke über Millstatt" groß berichtet.
Das wird in dieser Form schon gestimmt haben.
BARENDREGT: Hat es ja auch. Und ich habe aus den Fehlern von damals gelernt.
Bleiben wir bei den Fehlern. Im Vorjahr sind Sie mit dem Festival von Seeboden nach Pörtschach übersiedelt. Ein Fehler?
BARENDREGT: Nein. In Seeboden ist der Rückhalt weg gewesen. Die Rahmenbedingungen haben einfach nicht mehr gestimmt, die Veranstaltung ist für den Ort wohl zu groß geworden. In Pörtschach ist das Festival hingegen willkommen, wir werden hier wunderbar unterstützt. Es passt auch besser zum Wörthersee als zum Millstätter See.
Sie waren bis 2010 auch Tourismus-Geschäftsführer in Seeboden. Die Region Wörthersee hat nach dem Abgang von Gernot Riedel bis vor Kurzem einen neuen Chef gesucht. Hätte Sie der Job gereizt?
BARENDREGT: Natürlich. Das ist eine extrem spannende Aufgabe. Ich habe mich allerdings weder beworben noch bin ich gefragt worden. Außerdem will ich mich jetzt voll auf das Bodypainting-Festival konzentrieren.
Trotzdem eine touristische Frage: Was fehlt dem Wörthersee? Die Ruhe? Gibt es zu viele Events?
BARENDREGT: Das kommt auf die generelle Positionierung an. Wenn man sich dafür entscheidet, dass der Wörthersee für Events steht, dann müssen mehr her. Und zwar große Events, die sich über mehrere Tage ziehen. Alles andere hat keinen touristischen Nutzen.
Zurück zum Bodypainting: Lassen Sie sich selbst bemalen?
BARENDREGT: Manchmal mache ich den Spaß mit, aber ich muss es nicht haben und gebe anderen diese tolle Chance.
Finden Sie für Ihre Veranstaltung genug Models?
BARENDREGT: Am Anfang ist es schwierig gewesen. Mittlerweile kommen wir aber mit dem Beantworten der Anfragen nicht mehr nach. Es gibt begeisterte Models, die extra aus Kanada und Australien anreisen.
Für heuer muss ich mich also nicht mehr melden?
BARENDREGT: Nein. Der Zug ist abgefahren. Und wenn ich Sie so anschaue...
Danke für das Gespräch! Sie haben viel zu tun. Ich will Sie nicht länger aufhalten.
Features
Zur Person
Alex Barendregt (36) war bis 2010 Geschäftsführer der Seeboden Touristik GmbH. Seither ist er mit seiner Firma "WB Production" hauptberuflich Veranstalter des World-Bodypainting-Festivals, das im Vorjahr nach Pörtschach übersiedelt ist
Das Bodypainting-Festival findet noch bis einschließlich morgen, Sonntag, auf der Pörtschacher Halbinsel statt













