Gegen Landflucht ist ein Kraut gewachsen
Irschen ist nicht nur Kräuterdorf - sondern auch ein Beispiel für nachhaltige Entwicklung. Am Samstag und Sonntag findet hier das 13. Kräuterfestival statt.

Foto © KLZ/KleinsasserAm Samstag und Sonntag findet in Irschen im Drautal das 13. Kräuterfestival statt
Die Sonne scheint prall auf die nach Süden abfallenden Hänge, der Lavendel steht in voller Blüte. Man merkt am süßlichen Geruch: In Irschen lebt man mit den Kräutern - und vielfach auch davon.
Vor 20 Jahren begann Erlebnis-Touristiker Eckhart Mandler damit, seine Heimatgemeinde als Kräuterdorf zu vermarkten. Mittlerweile ist sein Engagement zum Großbetrieb geworden und zur Lebensader für den Ort auf 800 Meter Seehöhe. "50 Bauern liefern Kräuter, verarbeiten sie zu Tees, Cremen, Säften, Kissen oder Schmuck", sagt Mandler, der den Kräuterdorf-Marketingverein führt. Im Verkaufsladen am Dorfplatz setzt man im Jahr 100.000 Euro mit regionalen Produkten um, vier Dauerarbeitsplätze hat man damit geschaffen. Hinzu kommen drei weitere Arbeitsplätze am neu angelegten Kräutergarten. "Hier geht es nicht um das Hobby von ein paar Hausfrauen", betont Mandler.
Und an diesem Wochenende - da steht sowieso das ganze Dorf Kopf. Vorträge, Führungen über Kräuterwiesen und Blüten-Verkostungen stehen beim Kräuterfestival am Samstag und Sonntag am Programm.
"Welches andere Bergdorf kann von sich behaupten, dass in den letzten Jahren junge Leute zuwanderten?", fragt Mandler mit sichtlicher Zufriedenheit. Wobei sich die Wertschöpfung nicht auf den Kräuter-Verkaufsladen beschränkt. Die fünf Wirte in der 2000-Seelen-Gemeinde investierten dank des Tagestourismus in den letzten Jahren kräftig, zudem gibt es zahlreiche Direktvermarkter. "Es werden also wohl weitere 100.000 Euro am Ende der Wertschöpfungskette stehen." Und es soll noch mehr werden. "Gerade errichten wir, an ein Hotel angeschlossen, eine Kräutersauna. Spätestens zu Weihnachten soll sie in Betrieb gehen und das Kräuter-Erlebnis auf das ganze Jahr ausdehnen."














