Mure zog Spur der Verwüstung
Steine und Geröll gerieten am Montag in der Ortschaft Stein in Dellach im Drau in Bewegung. Menschen und Häuser blieben verschont, Fischzuchtanlage musste aber geräumt werden. Bereits am Nachmittag gingen in Spittal und Hermagor schwere Unwetter nieder.

Foto © KK150.000 Kubikmeter Gestein bahnten sich am Montag Nachmittag durch den Gießgraben in Dellach im Drautal.
Dem anhaltenden Starkregen Montagnachmittag hielt der Bach im Gießgraben nicht mehr stand und bahnte sich mit 150.000 Kubikmetern Steinen und Geröll den Weg ins Tal. Zwei Meter vor der Steiner Landesstraße kam die Mure zum Stehen. Johannes Pirker, Bürgermeister von Dellach/Drau, Wilfried Klaus von der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) und Landwirt Peter Konrad bot sich gestern ein Bild der Verwüstung.
Zum Glück kamen keine Menschen oder umliegende Siedlungen zu Schaden. Das Wasser in Konrads Fischzucht "Stein 1" wurde aber so stark getrübt, dass alle Setzlinge und einjährigen Fische noch in der Nacht zu Dienstag umgesiedelt werden mussten. Konrad: "Die Fische wurden mit zwei Lkw in meine zweite Anlage in Stein, nach Feld am See und Eisenkappel gebracht. Es kam zu keinen Ausfällen."
Lenkdamm bot Schutz
Einige Hektar seines Waldes und ein halber Hektar Feld wurden ebenfalls beschädigt. "In Mitleidenschaft gezogen wurde auch die Steiner Almstraße. Mit den Aufräumarbeiten wurde sofort begonnen", sagt Pirker. Eine Katastrophe dieses Ausmaßes gab es an derselben Stelle bereits 1996. Die WLV baute damals einen Lenkdamm, der nun laut Klaus größeres Unglück verhindert hat: "Der Bach hat sich an die Dammführung gehalten, so wurde Schaden von Campingplatz und Häusern abgewendet." Experten beraten heute, ob der Damm künftig in dieser Form ausreichen wird.
Montag gegen 15 Uhr ging im Bereich Bad Kleinkirchheim und St. Oswald ein schweres Unwetter mit Hagel nieder. Dabei wurden mehrere Keller überflutet und einige kleinere Bäche verlegt. Die Freiwillige Feuerwehren Bad Kleinkirchheim und Patergassen standen mit 50 Kräften und acht Fahrzeugen im Einsatz. Personen wurden nicht verletzt.
Auch im Gemeindegebiet von Kirchbach gab es starken Hagel und kräftige Windböen. Telefonmasten und Stromleitungen wurden beschädigt, im Einsatz standen die Freiwilligen Feuerwehren Gundersheim und Kirchbach.














