Geier-Ladys genießen Freiheit
Fünfte Bartgeierfreilassung im Zuge eines Wiederansiedlungsprojektes im Fleißtal bei Heiligenblut. "Inge" und "Glocknerlady" stammen aus Andalusien.
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Diese Mädels haben die Männer im Griff! Ein Augenzwinkern und sie werden auf Händen getragen - über rauschende Bäche, Steine, einen saftig grünen Berghang. Ihr Ziel: ein Horst in einer steilen Felswand im Großen Fleißtal bei Heiligenblut im Nationalpark Hohe Tauern. Hier ist die neue Heimat der Bartgeierdamen "Glocknerlady" und "Inge", die am Samstag von Michael Knollseisen und Markus Lackner in Kisten voller Leckereien - sofern man rohes Fleisch am Knochen eben mag - emporgetragen und freigelassen wurden. "Sie sind im März in einer Zuchtstation in Andalusien geschlüpft", sagt Knollseisen, in dessen Obhut die Bartgeier seit Freitag sind. Er wird in nächster Zeit die engste Bezugsperson der gefiederten Damen sein, sie mit Nahrung (Rehfleisch, Schafshaxen) versorgen und sie beobachten: "In einem Monat werden sie erste Flugversuche wagen."
Wegen des Irrglaubens, er würde Lämmer, sogar kleine Kinder holen, wurde der Bartgeier, der eine Flügelspannweite von knapp drei Metern erreicht, vor 100 Jahren bei uns ausgerottet. Seit 20 Jahren wird an der Wiederansiedlung der imposanten Aasfresser gearbeitet. Die Bartgeierfreilassung am Samstag war die fünfte im Nationalpark Hohe Tauern Kärnten. "Heuer hatten wir die erste erfolgreiche Nachzucht im Gebiet Maltatal-Katschberg", freut sich Knollseisen.
Identifizierbar sind die Vögel durch Beringung, der "Inge" und "Glocknerlady" am Dorfplatz vor vielen Zusehern unterzogen wurden und Bleichung gewisser Federn. Auch anhand Blutproben kann festgestellt werden, welcher Vogel sich wo aufgehalten hat. Der 2011 ausgewilderte "Jakob" etwa besuchte die Niederlande, Frankreich, die Schweiz - nachvollziehbar durch einen Beckengurt mit Satellitensender. Einen solchen bekommen auch die Heiligenbluter Mädels.















