Wenn die Liebe Grenzen überwindet
Der 37-jährige Passian Maningi aus Tansania kam vor fünf Jahren nach Kärnten und hat jetzt die Prüfung zum Elektromonteur bestanden. In Kursen perfektioniert er sein Deutsch.

Foto © KLZ/GramPassian Maningi mit Ehefrau Renate, Michael (2) und der kleinen Anna
Ich war schon sehr nervös", gestand Passian Maningi, als er vor wenigen Tagen zur Gesellenprüfung antrat. Obwohl der 37-jährige Tansanier perfekt Englisch, Chagga und Swahili spricht - Deutsch ist halt nicht seine Muttersprache. Dennoch legte der zweifache Papa die Fachprüfung für Elektromonteure ab, nachdem er dreieinhalb Jahre das Elektrohandwerk im Villacher Meisterbetrieb "ETK" von der Pike auf gebüffelt hatte.
Gelernt hat Maningi zeit seines Lebens: als kleiner Bub die traditionellen Masai-Riten seines Großvaters am Fuße des Kilimandscharos, als Jugendlicher die mechanische Technik, mit 22 die schwere Staatsprüfung zum internationalen Touristenführer von Tansania. Und auf einer Führung durch das exotische Tierreich des kenianischen Nationalparkes "Masai Mara" hat's dann auch gefunkt. Renate aus Villach, die 2006 für das Hilfsprojekt "Friends of Sanya Juu" des Klosters Wernberg in Ostafrika weilte, interessierten auf der Tagessafari weniger die "Big Five" (Löwe, Elefant, Nashorn, Büffel, Leopard) als der fesche Fremdenführer. Ein halbes Jahr später wurde geheiratet, im Juni 2007 verließ Maningi seine afrikanische Großfamilie (u. a. neun Geschwister) Richtung Villach.
Gattin Renate, die am Polytechnischen Lehrgang in Spittal Physik, Chemie und Religion unterrichtet und an der Landwirtschaftlichen Fachhoch Litzlhof lehrt, hatte sich um die Formalitäten gekümmert, ihn sofort zum Deutschkurs angemeldet. "Er konnte damals kein einziges Wort Deutsch", erinnert sich die 43-jährige Pastoralassistentin. Heute palavert der wissbegierige Dunkelhäutige einen "herzigen Afro-Slang" und vertieft seine Sprachkenntnisse nach einem Neun-Stunden-Arbeitstag in abendlichen Perfektionsseminaren.
Soziales Engagement
Villach ist sein neuer Lebensmittelpunkt, wobei Michael (2) und die neun Wochen alte Anna das Familienglück perfekt machen. Mit seiner Heimat ist er dennoch tief verwurzelt, E-Mail- und Skype-Kontakte stehen an der Tagesordnung, auch bei den "Friends of Sanya Juu", die nun Gattin Renate als Vereinsobfrau leitet, ist Maningi sozial engagiert. Erst kürzlich "erbettelte" der Elektroinstallateur ein altes Ultraschallgerät für ein Krankenhaus in Tansania. Abholung, Transport und Inbetriebnahme hat er von seiner Landskroner Wohnung, die idyllisch am Ossiacher-See-Ausfluss liegt, gemanagt.













