Kräuterwissen ist im Ausland begehrt
Zum 20. Geburtstag als Kräuterdorf gewährt Irschen Einblick in seine kleinen Paradiese - im Zuge der ersten österreichischen Gartenschau.

Foto © KLZ/KleinsasserAnnette Wallner führt durch den Schaugarten
Wie man aus "nichts" eine Erfolgsgeschichte macht, fragt man am besten die Bewohner der kleinen Gemeinde Irschen. "Früher gab es eigentlich keinen Grund zu uns heraufzufahren. Wir hatten ja ,nur' unsere intakte Naturlandschaft mit bunten Blumenwiesen und wild wachsenden Kräutern und einige Bäuerinnen, die wussten, etwas damit anzufangen", schildert Eckart Mandler. Gerade das lieferte dann aber die zündende Idee, dieses alte Wissen über Kräuter und Heilpflanzen wieder zugänglich zu machen und daraus für das Bergdorf eine Wertschöpfung zu erzielen.
Ansporn zum Nachmachen
Heute, 20 Jahre später, haben sich viele Bäuerinnen mit ihren Kräuterprodukten wie Tees, Gewürze, Seife, Sirup und vielen mehr einen wertvollen Nebenerwerb gesichert. "Dadurch werden rund 100.000 Euro pro Jahr umgesetzt. Die indirekte Wertschöpfung ist noch einmal doppelt so hoch, weil die Besucher hier meistens noch essen und trinken und öfter kommen. Durch das positive Image, das die Gemeinde durch das Kräuterdorf gewonnen hat, hat sie auch eine positive Bevölkerungsentwicklung und es wurden Arbeitsplätze geschaffen. Heuer haben wir ein Projekt mit dem Arbeitsmarktservice, in dem zusätzlich drei Wiedereinsteigerinnen aus der Gemeinde Arbeit finden und bei der Volksschule entsteht eine neue Anbaufläche, um die Nachfrage an Rohware bei der Minze zu decken", sagt Kräuterdorf-Initiator Mandler.
Die Irschener Erfolgsgeschichte hat sich herumgesprochen und Nachahmer gefunden. Mandler: "Immer wieder führen Exkursionen zu uns. Die italienische Stadt Belluno und das deutsche Heilbronn haben nach unserem Vorbild Kräutergärten oder -parks angelegt. Die Region Westerwald in Deutschland hat sich in einem Gebiet so groß wie Oberkärnten auf Kräuter spezialisiert. Die Inspiration dafür kam von uns."
Auf duftenden Pfaden
Nun, zum 20-Jahr-Jubiläum, will das Kräuterdorf mit der ersten österreichischen Gemeindegartenschau, die am Samstag eröffnet wird, noch mehr Privatpersonen inspirieren. "Die Schau geht über das Kräuterthema hinaus, rückt das Arbeiten mit der Natur nach vorn", erklärt Mandler. 30 Kräuterbäuerinnen und private Gartenliebhaber öffnen bis Oktober ihre Gartentüren und gewähren Einblicke in ihre Kleinode. Erwandern kann man diese Paradiese in zwei Stunden, entweder in Führungen oder allein mit einer Karte von der Kräuterdorf-Information. "Es gibt auch zwei kürzere Touren - je nachdem wie viel Zeit man hat", sagt Mandler.
Features
Fotoserie
Dufte Informationen über das Kräuterdorf
Eröffnung. Das Kräuterdorf Irschen startet am Samstag, 12. Mai, ab 9 Uhr beim KräuterHaus PfarrStadel mit einem Bio-Frischkräutermarkt und einem Radio-Kärnten-Tag in die 20. Saison.
Öffnungszeiten. Das KräuterHaus, wo die Kräuterbäuerinnen ihre Produkte unter anderem anbieten, hat bis Oktober montags bis samstags, jeweils von 10 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr geöffnet.
Termine. Am 1. Juni Fachsymposium "Gesund durch Gartenarbeit"; 30. Juni und 1. Juli Irschener Kräuterfestival; 12. Oktober Abschluss der Gartenschau mit Lichterfest; regelmäßige Führungen.
Kontakt. Mehr Informationen zu Veranstaltungen und Führungen gibt's beim Kräuterdorf-Team unter Telefon (0 47 10) 23 77-2.
Internet. www.gemeindegarten schau.at.














