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Zuletzt aktualisiert: 02.05.2012 um 20:15 UhrKommentare

Linde musste zur "Maniküre"

Die 500-jährige Linde im Stiftshof Millstatt musste aus Sicherheitsgründen am Mittwoch Äste lassen. Drei Kletterer der Bundesforste rückten ihr am Seil gesichert zu Leibe.

Tragatschnig, Egger und Spitz vor der 500-jährigen Linde, deren Krone mit Hohltauen gesichert wird

Foto © KLZ/KleinsasserTragatschnig, Egger und Spitz vor der 500-jährigen Linde, deren Krone mit Hohltauen gesichert wird

Bei Wind hat die Linde in letzter Zeit immer viele Äste verloren. Daher hatte ich sicherheitstechnische Bedenken", erklärt Günther Tragatschnig, Leiter der Österreichischen Bundesforste (ÖBF) für Kärnten und Lungau, warum sich die sogenannte 500-jährige Linde im Stiftshof Millstatt am Mittwoch einer umfassenden Baumpflege unterziehen und dabei auch einiges an Ästen lassen musste.

"Vorangegangen ist dem ein schalltomografisches Gutachten, um den allgemeinen Zustand des Baumes zu ermitteln. Er wurde als stabil eingestuft. Um diese Stabilität zu erhalten, wurde uns aber nahegelegt, dem Baum Volumen zu nehmen. Schließlich steht die Linde am meist frequentierten Weg Millstatts. Jeder, der durch den Stiftshof geht, muss darunter durchgehen. Die Maßnahme gilt also auch unserer Absicherung", sagt Tragatschnig. Die Kroneneinkürzung wurde von den Kletterern Alex Spitz, Bernd Pribyll und Robin Reiter in Handarbeit durchgeführt. "Das ist für den Baum am schonendsten", sagt Martin Egger, Abteilung Baumpflege der ÖBF.

Sicherung der Krone

"Was wir noch machen, ist eine dynamische Baumkronensicherung. Die Äste werden dabei teilweise mit Hohltauen zurückgebunden, damit Spitzenbelastungen durch Wind abgefangen werden können", erklärt Egger. Für die Kletterer ist das kraftraubendes Tagwerk: "Erst werden Wurfsäckchen in eine Astgabel katapultiert, mit deren Hilfe wir das Seil aufziehen. Daran ziehen wir uns selbst hoch, damit wir oben gesichert arbeiten können", sagt Alex Spitz, der für diese "schwere, aber schöne" Arbeit in ganz Österreich unterwegs ist.

Die teilweise hohle Linde hatte ihre letzte "Maniküre" vor 25 Jahren. Tragatschnig: "Damals war sie in schlechtem Zustand, musste radikal geschnitten werden. Seither hat sie sich prächtig entwickelt." Nun dürfte das berühmte Singen unter der Linde wieder sicher sein. In den nächsten Tagen werden noch mehr Bäume in Millstatt - etwa die Säulenpappeln bei der Tourismusinformation - gepflegt.

CAMILLA KLEINSASSER

Infos zur Baumpflege

Linde. Die Linde im Stiftshof von Millstatt ist geschätzte 500 bis 600 Jahre alt. In Mitteleuropa waren Linden früher oft Dorfmittelpunkt, Treffpunkt für die Bürger zum Informationsaustausch, Brautschau oder Dorfgericht.

Kosten. Die Baumpflege kostet rund 3000 Euro, die von Bundesforsten, Gemeinde Millstatt und Land Kärnten zu jeweils einem Drittel getragen werden.

Durchführung. Die Arbeiten werden betriebsintern von den Österreichischen Bundesforsten, Abteilung Dienstleistungen (Baumpflege) mit Sitz in Purkersdorf durchgeführt. Eine solche Baumpflege kann aber auch von Außenstehenden angefragt werden.

Kontakt. Martin Egger, Pummergasse 10-12, 3002 Purkersdorf. Telefon: (0 22 31) 600-51 13 www.bundesforste.at.

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Kleine Zeitung Günther Tragatschnig (Österreichische Bundesforste) über alte pflegerische Maßnahmen

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Kleine Zeitung Tragatschnig über Maßnahmen von heuer

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Kleine Zeitung Martin Egger über genaue Tätigkeiten

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Kleine Zeitung Egger über Dienstleist-ungen der Bundesforste

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Kleine Zeitung Baumpfleger Alex Spitz über Herausforderungen der Arbeit

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Kleine Zeitung Spitz über das tolle an seinem Beruf

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