Süße Lachhasen
Für seine Osterkreationen ist Konditor Ernst Lienbacher seit Jahrzehnten bekannt. Diese Saison bietet er Schokohasen, die alle bisherigen übertreffen, an. TEXT: MARTINA PIRKER
Z u Ostern werden die Lachhasen aus Ernst Lienbachers Konditorei ihren großen Auftritt haben. Sie beeindrucken mit einer Größe von 80 Zentimetern, bestehen aus fast drei Kilo feinster belgischer Schokolade und erobern die Herzen mit ihrem umwerfenden Lächeln.
Sie sind die jüngsten Kinder des Spittaler Konditormeisters, der schon lange auf der Suche nach dieser Spezialform war. In Bayern ist er fündig geworden und so feiern die Schmunzelhasen in dieser Ostersaison Premiere. Der bekennende Süßigkeiten-Fan hat sichtlich Spaß dabei, die Hasen in seiner Schoko-Stube zu gießen: "Wichtig ist, dass die Temperatur der Schokolade und das Verhältnis zwischen Schokolade und Kakaobutter stimmen."
Wenn alles passt, beginnt er in der Kunststoff-Form Augen, Brauen und Nase auszustreichen. Dafür nimmt er dunkle Schokolade. Zähne und Pfoten zeichnet er mit weißer Schokolade. Dann kommt der Arbeitsschritt, der allen Naschkatzen das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt: das Ausgießen der Form. Die Milchschokolade fließt dabei aus einem Schokobrunnen langsam und zähflüssig in die Form und schmiegt sich bis an die Ränder. Dann wird die Form geschwenkt, die Schokolade gleichmäßig verteilt und der Überschuss kommt zurück in den Brunnen.
Wenn die Hälften fertig sind, werden sie zusammengesetzt. Nach einer Rast im Kühlschrank wird der Hase mit flüssiger Schokolade, die von innen wie ein Kleber wirkt, gefüllt. Was zu viel ist, kommt raus und fertig ist das Prachtstück. "Einer meiner Mitarbeiter ist ganz vernarrt in die Hasen", sagt der 51-Jährige. Fragt sich, wer wohl die Beschenkten sein werden? Anzunehmen, dass auch sie in die süßen Gesellen vernarrt sein werden.
Hoher Glücksfaktor
Lienbacher, der den Kärntner Konditoren als Innungsmeister vorsteht, ist in der Backstube groß geworden: "Mit drei stand für mich fest, dass ich meinem Vater nachfolgen werde." Schokolade war für ihn schon immer ein wandlungsfähiger "Werkstoff". Bei zahlreichen internationalen Wettbewerben holte er den Sieg mit seinen Schokogebilden, darunter auch das "Schloss am Wörthersee", dass er 1992 in einer Länge von 1,5 Metern aus unzähligen Schokoplatten fertigte.
Selbst gönnt er sich jeden Tag Schokolade. "Wenn ich im Stress bin, halte ich kurz inne, lasse eine Praline auf der Zunge zergehen und fühle mich an schöne Momente erinnert", schwärmt der dreifache Vater, der davon überzeugt ist, dass Schokolade nicht dick macht, sondern glücklich . . .













