"Wollen mehr Humankapital an Stadt binden"
Spittaler Planungsausschussobmann Franz Eder und Teamleiter von "Spittal gestalten", Johann Kuhn, starten Gesprächsreihe zur Stadtgestaltung.

Foto © StöflinTeamleader Johann Kuhn (links) und Planungsausschussobmann Franz Eder fanden neue Gesprächsbasis
Erstmals haben sich zwei Spittaler zu einem Gespräch über die Zukunft der Bezirksstadt getroffen, welches "außerhalb der traditionellen und politisch vorgegebenen Bahnen" erfolgte: SVP-Mandatar und Planungsausschussobmann Franz Eder (seit 2003 im Gemeinderat) mit dem Mitglied der überparteilichen Plattform "Spittal gestalten", Johann Kuhn (er war bis 2009 zwölf Jahre lang SPÖ-Mandatar).
Warum haben Sie sich zu diesem doch etwas anders gelagerten Gespräch gefunden?
JOHANN KUHN: Als Team-2-Leiter bei ,Spittal gestalten' suche ich immer wieder Gespräche mit Referenten. Das ist sinnvoll, um Anliegen der Bevölkerung an die Politik heranzutragen. Die Frage ist aber, wie weit man dabei Gehör findet. Bei Eder erwarte ich mir viel davon - zumal wir beide mit dem umfangreichen Thema Stadtplanung beauftragt sind.
FRANZ EDER: Solche Gespräche sind sinnvoll, ich suchte sie bewusst. Zumal ich nicht haben will, dass Entscheidungen, die die Bevölkerung treffen, im stillen Rathaus-Kämmerlein getroffen werden. Ein Politiker muss den Kontakt zu konstruktiv denkenden Menschen suchen, um so Wünsche aus der Bevölkerung zu hören. Diese sind dann im Ausschuss zu beraten, machbare sind umzusetzen.
Welche Themen haben dieses erste Gespräch beherrscht?
EDER: Natürlich die Dauerthemen Straßenverkehr und Entwicklung der Innenstadt. Wir sind auf gleichem Wege unterwegs - es muss ein Klima des Wohlfühlens in der Innenstadt geschaffen werden. Dazu gehören Verkehrsberuhigung, Verlagerung des Schwerverkehrs, mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer. Vieles davon wird in kleinen Schritten machbar sein - den großen Wurf werden wir nicht schaffen.
KUHN: Natürlich sind dabei auch Nebenschauplätze, wie die Widmungen auf der grünen Wiese gleichzeitig zu bearbeiten. Denn die Gefahr, dass durch die Ansiedelung der großen Kaufhäuser im Osten von Spittal die Innenstadt auszusterben droht, ist bereits beträchtlich groß. Daher müssen zur Belebung der Innenstadt Maßnahmen getroffen werden. Wer hat schon je über die Idee diskutiert, mehrere nebeneinanderliegende kleine Geschäfte zu einer größeren Fläche zusammenzulegen und so Platz für ein neues größeres Lokal zu schaffen? Mir ist klar, dass es viele Gespräche braucht - aber neue Ideen sind ja nicht verboten.
EDER: Bitte nicht vergessen - wenn alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind, ist ein ,Großer' am Stadtrand nicht zu verhindern. Wir müssen trotzdem eine attraktive Innenstadt gestalten.
Wie soll diese neue Gesprächskultur weitergeführt werden?
EDER: Wir werden uns mehrmals im Jahr austauschen und ich will weiteres Humankapital in die Entwicklung der Stadt einbinden - nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Studenten der Fachhochschule.
KUHN: Wir müssen alle vorausdenken, auch die Gemeindeführung. Denn 2013 muss das örtliche Entwicklungskonzept verpflichtend adaptiert werden. Zumal wir dieses 2003 beschlossen haben, in welchem viele Maßnahmen bereits vorhanden sind - aber von offizieller Seite nie umgesetzt wurden. Auch das hat in der Bevölkerung zu einer Teilresignation geführt.
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Fragestellung
Was erwarten Sie sich von dieser neuen Art des Gesprächs?
Spittal gestalten
Start: Gegründet 2009, versteht sich der Verein als offene, neutrale, überparteiliche Plattform, in der jedes Mitglied etwas verändern kann. Es werden möglichst viele Personen aus allen Bereichen in den Innenstadt-Entwicklungsprozess eingebunden.
Zuständig: Team 1 ist zuständig für Kommunikation und Standort-Vermarktung; Team 2: Stadtgestaltung, Stadt- & Verkehrsplanung; Team 3: Tourismus, Wirtschaft, Kooperationen; Team 4: Veranstaltungen, Kultur, Märkte; Team 5: Bildung, Soziales, Ökologie.













