"Bahnparallel" wird nun wieder modern
Die vom Rechnungshof geforderte Alternativ-Trasse der B-100-Umfahrung Greifenburg nimmt konkrete Formen an. Sie ist fast bahnparallel – ähnlich wie vor Jahrzehnten.

Foto © StöflinSo könnte die neue B100-Trasse in Greifenburg aussehen: fast bahnparallell, mit Kreisverkehr nahe dem Bahnhof
Befürchtungen hegen Landwirte aus Berg im Drautal, dass auf ihren Feldern die neue Trasse der Drautal Bundesstraße B 100 gebaut wird, dass die Lücke in Greifenburg zwischen Gnoppnitzbach und Radlach-West aber bleibt. Ihre Zweifel sprachen sie Dienstag beim Treffen mit Landeshauptmann Gerhard Dörfler aus. Dabei ging es vorrangig um Fragen von Grundstücksablösen. Straßenbaureferent Dörfler sprach von einem "Bau in Greifenburg ab Mitte 2014".
Greifenburg: neue Trasse
Wie weit ist der Planungsstand bei dem vom Rechnungshof im Sommer 2011 verworfenen Greifenburger Umfahrungsteilstück mit den zwei Unterflurstücken? Dörfler erklärt der Kleinen Zeitung den aktuellen Alternativ-Plan, auf dem die neue B 100 zu sehen ist. Die Trasse führt beim Schwenk "Radlach-West" geradeaus weiter, fast bahnparallel bis zum Bahnhof Greifenburg. Beim Strizo-Gebäude soll es einen großen Kreisverkehr geben. Damit werden der Ort, das Bahnhofsgelände und die Weißenseestraße B 87 angebunden. Dann führt die Trasse entlang der Bahn vertieft im Boden weiter und die B 87 wird beim jetzigen Bahnübergang unterquert. Dann führt die Trasse bahnparallel weiter und mit einem Schwenk in den Wald zur 80 Meter langen Brücke über den Gnoppnitzbach.
Danach erfolgt die Einbindung in das genehmigte Teilstück bis Berg, welches ab Herbst gebaut werden soll. "Dieser Plan ist eine vertiefte Variantenstudie, Detailplanung gibt es noch keine", erklärt Dörfler. Da die Drau in der Nähe vorbeifließt, wird die Unterführung der Weißenseestraße in einer "weißen Wanne", die Wasser abweisend ist, ausgeführt. "Unterführung und Kreisverkehr erzwingen eine geringere Geschwindigkeit und dienen so auch der Sicherheit und Lärmminderung", weiß Dörfler.
Problem lösen
Er hofft, das die Planung allen Verfahren genüge tun wird und der anvisierte Baubeginn 2014 hält. Nach ersten Schätzungen sollen beide Teile in der "neuen Version" maximal 30 Millionen Euro Kosten, bei der verworfenen Version hätte man 50 Millionen Euro benötigt.
Greifenburgs Bürgermeister Franz Mandl sieht im Gegensatz zu den Landwirten aus Berg "keine Gefahr, dass das Umfahrungsteilstück Greifenburg nicht gebaut werden könnte. Alle wissen, dass dieses Problem gelöst werden muss! Heuer haben wir nur Glück, dass bisher der Schnee fehlt. Ansonsten haben wir jedes Jahr die Probleme mit den hängen gebliebenen Lkw im Ort und der dauerhaften Verkehrsbelastung." Mandl ist hörbar verärgert: "Vor acht Jahren hat uns der Hausverstand gesagt, dass die Unterflurtrasse nicht finanzierbar ist. Aber der Bauherr – das ist das Land Kärnten – hat uns immer die Unterflurtrasse eingetrommelt. Wie haben auch die Ortsentwicklung danach ausgerichtet. Jetzt ist alles nichtig. Mit den durch die bisherigen Planungen und Verfahren verbrauchten Millionen hätte schon längst der Bau einer 'einfachen' Umfahrung begonnen werden können."













