Sonderschule Spittal vor Schließung
Bis 2016 soll die Antoniusschule geschlossen werden. Schüler werden dann in Kleinklassen, die an Schulzentren angeschlossen werden, unterrichtet.

Foto © PirkerDie Antoniusschule in Spittal, mit derzeit 39 Schülern, soll bis spätestens 2016 aufgelöst werden
Die Sonderschule Spittal soll einem Inklusionszentrum weichen. Das heißt konkret, dass die Antoniusschule als eigenständige Schule aufgelöst werden soll und die Schüler in Regelklassen integriert werden. Jene, die schwer beeinträchtigt und stark verhaltensauffällig sind, werden künftig in Kleinklassen, die an bestehende Schulzentren angeschlossen werden, unterrichtet.
Dagmar Zöhrer, Landesschulinspektorin für Sonderpädagogik, betont, dass es noch keinen genauen Fahrplan gibt, weil es auf Bundesebene noch Gespräche dazu gibt. Das Auflassen der Sonderschulen ist eine Forderung der UN-Behindertenrechtskonvention, der zufolge Kinder, Schüler und Studierende mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen an regulären Kindergärten, Schulen und Hochschulen unterrichtet werden müssen. Bis 2016 soll diese Forderung umgesetzt werden. Das Schlagwort "Inklusion" fällt in diesem Zusammenhang immer wieder, daher werden Schulen, an denen körperlich und geistig Beeinträchtigte eingegliedert und in Kleinklassen mit fünf bis sieben Schülern unterrichtet werden, Inklusionszentren heißen. "Inhaltlich wird sich an der Sonderschule nichts ändern, lediglich die Verpackung", sagt Zöhrer, die in der Inklusion Vorteile wie gemeinsame Schulfeste, gemeinsame Pausengestaltung und einen stärkeren Austausch zwischen den Lehrern sieht.
Schule wird saniert
Trotz der Schließungspläne wird die Stadtgemeinde Spittal die Antoniusschule sanieren. "Die 70-prozentige Förderung vom Land werden wir auf jeden Fall ausnutzen. Egal wie lange es die Schule noch gibt, sie soll behindertengerecht sein und dem Stand der Technik entsprechen", sagt Schulreferent Hansjörg Gritschacher (FPK). Beginn der Sanierung wird 2013 sein, die Kosten dafür werden derzeit ermittelt.
Features
Sonderschulwesen
Sonderschulen. In den Bezirken Spittal, Villach, Klagenfurt, Feldkirchen und Wolfsberg gibt es je eine Sonderschule mit insgesamt 270 Schülern.
Kleinklassen. In den Bezirken Hermagor, St. Veit und Völkermarkt wird das Modell der an Regelschulen angeschlossenen Kleinklassen für schwer beeinträchtigte Schüler bereits gelebt.
Zukunft. Bis 2016 sollen Sonderschulklassen zugunsten "inklusiver" Klassen aufgelassen werden. Die Sonderschullehrer sollen an "inklusiven" Schulen gemeinsam mit anderen Lehrern unterrichten.
Unvereinbarkeit. Der Grund dafür ist, dass Sonderschulen mit der UN-Behindertenrechtskonvention nicht vereinbar sind.













