Pfarrer als Opfer von Hackern
Betrüger knackten das Mail-Konto des Feistritzer Pfarrers Michael Kopp und verschickten in seinem Namen E-Mails, in denen sie um Geld bitten. Polizei verfolgt Spur nach Nigeria.

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"Das ist schon sehr ärgerlich", sagt Michael Kopp, Pfarrer von Feistritz an der Drau und Dechant des Dekanates Spittal. Betrüger haben das Passwort seines E-Mail-Kontos bei Yahoo geknackt und in seinem Namen ein Bettel-E-Mail an seine rund 2000 Kontaktadressen geschickt!
In dem E-Mail wird der Eindruck vermittelt, dass sich der Pfarrer in Schottland befindet und Pass sowie Kreditkarte verloren hat. Es wird um Überweisung von Geld gebeten. Als Kontaktadresse werden ein Hotel - das es wirklich gibt - und zwei Telefonnummern angegeben. Bei den Nummern soll es sich um Mehrwertnummern handeln. "Ich bin sicher von 100 besorgten Menschen angerufen worden", sagt Kopp. Die Betrüger haben aber nicht nur die gefälschten Bettel-E-Mails in Umlauf gesetzt, sie haben auch den Inhalt des Accounts des Geistlichen gelöscht. "Alle meine fast 2000 Kontakte und gespeicherten E-Mails sind weg", sagt Kopp. Er hat jetzt Anzeige bei der Polizei erstattet.
Der Pfarrer dürfte in letzter Zeit nicht das einzige Opfer dieser dreisten Betrüger geworden sein. Kopp: "Ich habe vom Bürgermeister gehört, dass es ihn mit dem gleichen Inhalt auch betroffen hat. Angeblich werden von den Tätern europaweit Menschen ausgesucht, die besonders viele Kontakte haben." Laut Gottlieb Türk, Leiter des Landeskriminalamtes, wird im konkreten Fall eine Spur nach England und nach Nigeria verfolgt.
Web-Betrugsspezialist Christian Baumgartner vom Landeskriminalamt erklärt: "Die Masche gibt es schon länger. Neu ist nur, dass die Betrüger jetzt auf den Inhalt wert legen. Sie beschäftigen sich intensiv mit dem Menschen, lesen etwa alle Mails." Kann man sich eigentlich schützen? "Man kann auf alle Fälle sein Passwort komplizierter gestalten", rät Baumgartner. Denn die Passwörter sind meistens die Schwachstellen. Pfarrer Kopp will jetzt sein Passwort für das E-Mail-Konto öfters als bisher wechseln.
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Bild vergrößernPfarrer Michael Kopp: "Ich bin sicher von 100 Menschen angerufen worden, sie sich Sorgen gemacht haben. Die Betrüger haben auch mein ganzes E-Mail-Konto gelöscht. Das ist alles sehr ärgerlich."Foto © KK/Pressestelle
Pfarrer Michael Kopp: "Ich bin sicher von 100 Menschen angerufen worden, sie sich Sorgen gemacht haben. Die Betrüger haben auch mein ganzes E-Mail-Konto gelöscht. Das ist alles sehr ärgerlich."Grafik © KK/Pressestelle
So schützt man sich
Um ein E-Mail-Konto zu hacken, muss man nicht unbedingt ein Profi sein. Den Tätern wird es oft viel zu leicht gemacht. "Die Passwörter sind meistens zu offensichtlich", sagt Web-Polizist Christian Baumgartner. "Man sollte sie unbedingt komplexer machen." Heißt man Susi, sollte man nicht "Susi1" oder "Susi plus eigenes Geburtsdatum" verwenden. Weiters soll man, wenn möglich, im Ausland nicht von einem Internet-Café oder vom Hotel-Computer, auf sein E-Mail-Konto zugreifen. Und noch ein Tipp des Experten: Der PC sollte immer punkto Virenschutz aktualisiert werden.














