Hirsch "Fiebi" fühlt sich als Kuh
Den Sommer verbrachte Findelkind "Fiebi" mit dem Wirte-Ehepaar Leitner und vielen Rindern in den Nockbergen. Jetzt zog es die ungewöhnliche Herde wieder zurück auf den Bauernhof im Tal.

Foto © Rie-Press Hirschkuh oder nicht: Bei den Kühen der Familie Leitner fühlt sich die eineinhalb Jahre alte "Fiebi" tierisch wohl
Die eineinhalb Jahre alte "Fiebi" sieht nicht nur so aus wie eine Hirschkuh, sondern ist es auch. Doch ob sich das Findelkind auch so fühlt, ist eine andere Frage. Schließlich wuchs das Tier (wie berichtet) nicht unter ihren Artgenossen auf, sondern im Kreise der Familie Leitner, die im Sommer die Steigerhütte im Leobengraben führt und in Dornbach im Maltatal eine Landwirtschaft mit Kühen, Pferden, Schafen, Hühnern und einem Border Collie bewirtschaftet.
Zum Bauernhof im Maltatal ist die aufgeweckte "Fiebi" mit den Rindern der Familie Leitner vor drei Wochen aus den Nockbergen auch wieder zurückkehrt. "Auf der Alm ist es für die Tiere jetzt nichts mehr", sagt Franz Leitner. Er hat das verwaiste Kitz mit seiner Frau Gislinde mit dem Fläschchen aufgezogen. Denn die Mutter von "Fiebi" wurde im Vorjahr von einem Auto auf der Nockalmstraße angefahren.
Und seitdem genießt "Fiebi" die Aufmerksamkeit der gesamten Familie Leitner und der Gäste der Steigerhütte. Auch die kleine Enkelin Annalena (5) ist ganz hin und weg von ihrem außergewöhnlichen Haustier. Klar, dass da die eine oder andere Extrastreicheleinheit ein Muss ist und Äpfel als Leckereien zuhauf immer in greifbarer Nähe bereitstehen. "Im Kindergarten erzählt Annalena immer stolz, dass wir eine Hirschkuh zu Hause haben", sagt Michael Leitner, der sich im Maltatal um den Bauernhof kümmert. Doch eine Sonderstellung genießt das Rotwild, das eine blaue Ohrmarke zum Schutz vor einem irrtümlichen Abschuss durch einen Jäger trägt, noch lange nicht. Zusammen mit den Rindern grast das eineinhalb Jahre alte Tier auf der Weide und abends geht's ab in den Stall.
Auch die Rufe der Hirsche während der Brunftzeit konnten die junge Hirschkuh nicht dazu bewegen, ihr ungewöhnliches Rudel zu verlassen. "Von Zeit zu Zeit ist sie auf der Alm im Wald verschwunden", sagt Franz Leitner. "Doch abends ist sie immer wieder zurückgekommen." Wer weiß, vielleicht bekommt Familie Leitner ja bald erneut tierischen Nachwuchs. "Ob ,Fiebi' trächtig ist, wird sich erst noch zeigen."














