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Zuletzt aktualisiert: 20.08.2011 um 20:17 UhrKommentare

Millionen Euro für den Schutz gegen Muren

Innerhalb von fünf Jahren erhält Bergerbach Bauten zur Geschiebebewirtschaftung im Wert von 3,35 Millionen Euro. Und der Ort Berg im Drautal eine höhere Sicherheit gegen Unwetter.

Man muss den Bergerbach kennen, damit man weiß, welch Gefahrenpotenzial hier vorhanden ist!" Das sagte Ferdinand Hueter, Bürgermeister von Berg im Drautal, bei der Besichtigung der "Geschiebesperre Bergerbach". Dieses 80 Meter breite und 13,5 Meter hohe Bauwerk, das im "Ernstfall" die Ortschaft Berg vor einer Vermurung (wie in den 1960er-Jahren) schützen soll, ist nun der Bevölkerung vorgestellt worden. Die Geschiebesperre ist Teil eines 3,35 Millionen teuren Projektes zur Geschiebebewirtschaftung - eines der größten in Kärnten.

"Diese Sicherungsmaßnahme für die Bevölkerung hat oberste Priorität", sagte Hueter am Freitag vor Ort. Die Priorität für dieses Bauwerk war auch für die Wildbach- & Lawinen-Verbauung (WLV) sehr hoch: "Sie befindet sich im Kärntner Spitzenfeld", sagt Erwin Ferlan, WLV-Gebietsbauleiter für das Obere Drau- und Mölltal.

Bewirtschaftung

Das Geschiebebewirtschaftungsprojekt wird in drei Etappen errichtet: Seit Mai 2010 entstand die Geschiebesperre - in diese und den linksufrigen Naturdamm mit Betonkern wurden 34.000 Kubikmeter Beton und 130 Tonnen Stahl verarbeitet. Hinter der Sperre wurde ein räumbares Retentionsbecken geschaffen, in welchem bei einer Mure aus dem 6,6 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet des Baches bis zu 31.000 Kubikmeter Geschiebe Platz finden. Spätestens ab 2012 wird einen Kilometer bachaufwärts ein "Muren-Brecher" errichtet. Dieses 50 Meter breite und elf Meter hohe Bauwerk soll "große Steine und Schwemmholz vom Wasser ableiten und so die Energie der Mure verringern", erklärten Ferlan und WLV-Leiter Josef Brunner. Als drittes Bauwerk entsteht in der "Emberger Blaike" ein 25 Meter langes Bauwerk zur Sicherung der lockeren Bergflanke am "Emberger Bach".

Weitere Projekte

Das Gesamtprojekt bringt mehr Sicherheit für die Berger Bevölkerung und wird finanziert vom Bund (61 Prozent), Land (18 Prozent), Straßenbau-Land und von den ÖBB (je drei Prozent) und der Gemeinde mit 15 Prozent. "Um dies zu ermöglichen, musste die Gemeinde andere Projekte hintanstellen", sagte Hueter. Seitens des Bauherrn (WLV) wurde erklärt, dass man unter den veranschlagten Kosten liegt. Bis 2014 soll dieses Projekt abgeschlossen sein. Ein ähnliches Projekt gibt es in Irschen im Mödritschbach und kurz vor der Fertigstellung ist eines im Zirknitzbach in Großkirchheim. In Planung sind weitere Geschiebebewirtschaftungsprojekte am Zlanitzbach in Lainach (Gemeinde Rangersdorf), am Kaponigbach in Obervellach und oberhalb der Barbarossa-Schlucht in Mühldorf (beide eine Folge von Sturm Paula) sowie am Leßnigbach in Kleblach.

HELMUT STÖFLIN

FAKTEN

Größe. Das Projekt "Geschiebe- bewirtschaftung am Bergerbach" ist aktuell eines der größten in Kärnten. Es besteht aus einer Geschiebesperre, gut 500 Meter bachaufwärts entsteht ein Muren-Brecher und in einem Seitengraben (der "Emberger Blaike") eine Konsolidierungssperre.

Kosten. Bisher wurden 1,001 Millionen Euro in die Geschiebesperre und in das dahinter liegende Retentionsbecken verbaut. Das gesamte Projekt wird insgesamt 3,35 Millionen Euro kosten.

Zahlen. Die Geschiebesperre ist 80 Meter lang und 13,5 Meter hoch; in diese (sowie dem nicht sichtbaren Dichtkern im links- ufrigen Damm) wurden 130 Tonnen Stahl und 34.000 Kubikmeter Beton verarbeitet.

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