Anrainer in Greifenburg: "Hinhaltetaktik bei Umfahrung"
Das "Nein" des Landesrechnungshofes zur Unterflurtrasse der künftigen B-100-Umfahrung löst in Greifenburg viel Ärger und Kritik aus.

Foto © Kleine ZeitungIm Jahre 2003 formierte sich in Greifenburg die Bürgerinitiative "pro Bahnparallele" gegen die Unterflurtrassen-Umfahrung durch das Wohngebiet. Jetzt fühlt sich diese in ihrer Haltung und Arbeit bestätigt
Verärgerung erzeugte in Greifenburg die vom Land Kärnten ausgegebene Meldung, dass der Landesrechnungshof einen Teil der geplanten Umfahrung der B 100 Drautal Bundesstraße aufgehoben hat. Alle Gemeinderatsfraktionen erwarten sich - entgegen der Meinung von Landeshauptmann Gerhard Dörfler - eine "jahrelange Verzögerung der Umfahrung". Wie die Kleine Zeitung in der Dienstagausgabe berichtete, hob der Landesrechnungshof jenen Teil der Trasse auf, in welchem die kreuzungsfreie Einbindung der Weißenseestraße und die Unterflurstrecke geplant waren, und verlangt Alternativen.
Neue Gefahr
Für Vizebürgermeister Josef Brandner (ÖVP) ist es "eine Hinhaltetaktik, wie sie im Buche steht. Außerdem besteht wegen des Sparappells die Gefahr, dass die jetzige Unterflurtrasse als offene Variante kommen kann".
Gemeinderat Bernd Moser (SPÖ) hat große Zweifel: "Den westlichen Teil bauen und zugleich den östlichen, wo die Unterflurtrasse vorgesehen war, zu planen, ist unmöglich. Denn eine neue Variante ist genauso UVP-pflichtig und das braucht Zeit. Jedenfalls hat sich unsere Meinung, dass die Unterflurtrasse unfinanzierbar ist, bestätigt." Für Peter Unterkreuter (Bürgerliste) ist die aktuelle Entscheidung "eine Provokation gegenüber den Greifenburger Bürgern. 20 Jahre zum Teil sehr schwierige Arbeit in unserer Ortsentwicklung werden zunichtegemacht. Jetzt gilt nur das Diktat des Rechnungshofes". Er werde darauf achten, dass die UVP-Pflicht für jede Variante erhalten bleibt.
Bürger beobachten
Der Gründer und Sprecher der 2003 gegründeten Bürgerinitiative "pro bahnparallele", Oswald Haßlacher sagt: "Jetzt sind die verantwortlichen Politiker am Zug. Wir werden die neuen Aktivitäten genau beobachten und wenn nötig aktiv werden. Wir sind jedenfalls zu einer konstruktiven Zusammenarbeit bereit."
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Hintergrund
Diskussion. Über eine Umfahrung Greifenburg wird schon rund 40 Jahre diskutiert.
Trassen. Anfangs - bis ins Jahr 1998 - war eine bahnparallele Trasse geplant. Von 1999 bis 2003 war ein Nordtunnel von Rasdorf bis in den Ortsteil Gries Favorit. 2003 schlug das Land die inzwischen wieder aufgehobene Unterflur-Trasse vor.













