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Zuletzt aktualisiert: 01.06.2011 um 20:16 UhrKommentare

Große Chance für Produkte aus der Region

Wie groß ist die Verunsicherung bei Kunden und bei Gemüsehändlern wegen der EHEC-Keime? Wir haben uns gestern auf dem Spittaler Wochenmarkt umgesehen und umgehört.

Ausverkauft nach zwei Stunden waren gestern die frischen Erdäpfel von Gemüsebäuerin Brigitte Zauchenberger. Das hat ihrer Meinung nichts mit der Diskussion um spanische Tomaten und Gurken zu tun.

"Meine Kunden wissen, dass sie bei mir nur saisonales Gemüse bekommen. Das sind derzeit Erdäpfel, Knoblauch und Zwiebeln. Tomaten, Gurken und Paprika dauern noch", sagt die Villacherin, an deren Stand am Spittaler Wochenmarkt das beherrschende Thema - die Darminfektionen, verursacht durch die EHEC-Keime - bis dato spurlos vorübergegangen ist. Obwohl inzwischen erwiesen ist, dass es doch nicht die Biogurken waren, sagte eine Kundin gegenüber der Kleinen Zeitung, dass sie in den nächsten Monaten keine Gurken mehr essen werde.

"Das Image der spanischen Gemüsebauern ist wohl nachhaltig geschädigt. Es wird Monate dauern, bis die Kunden wieder Vertrauen gefasst haben. Eine Katastrophe für all jene, die davon leben müssen", bedauert Getreidebauer Johann Podesser aus Lendorf.

Bio versus Chemie

Biogemüsebäuerin Melitta Faller aus Lieserhofen bei Seeboden gehört zu jenen, die ihren Lebensunterhalt mit Biogemüse, das um einiges aufwendiger produziert wird als konventionell angebautes Gemüse, bestreitet: "Wer sichergehen möchte, sollte sich an die regionalen Gemüsebauern wenden. Da muss der Kunde vielleicht Abstriche bei der Auswahl machen, aber die Herkunft der Ware lässt sich genau nachvollziehen." Da sie um die Schwierigkeiten mit Schädlingen und Krankheiten im Gemüseanbau weiß, zweifelt sie daran, ob große Bioproduzenten aus Spanien ganz ohne Chemie auskommen.

Kunden des Spittaler Wochenmarktes haben die Vorteile heimischer Produkte erkannt. "Neben Gemüse gebe ich auch für Fleisch- und Milchprodukte gerne ein bisschen mehr aus, weil ich den Landwirten der Region vertrauen kann", sagt Elisabeth Kofler aus Spittal.

MARTINA PIRKER

FAKTEN

EHEC-Keime. Hierbei handelt es sich um eine gefährliche Form des Darmbakteriums Escherichia coli. Eine Infektion kann harmlos verlaufen, aber auch blutige Durchfälle bis hin zu Nierenversagen auslösen.

Todesfälle. Bisher wurden 16 Tote und rund 1500 EHEC-Infektionen in Deutschland und Schweden gezählt.

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