Zwei kämpfen gegen den Feinstaub
Die Erfindung von Walter Make und Anton Kluge wird vom Bund als Forschungsprojekt unterstützt. Feinstaubfilter werden an Bus in Graz und Lkw in Wien für Echtbetrieb montiert.

Foto © StöflinWalter Make und Anton Kluge mit ihrer modifizierten mobilen Feinstaubfilteranlage am Dach des Klein-Lkw
Der Pensionist Walter Make tüftelt am "mobilen Feinstaubfilter" (die Kleine Zeitung berichtete erstmals und exklusiv im Mai 2009) eifrig weiter, der Karosseriebauer Anton Kluge in Spittal brütet über die künftige Produktionstechnik der gemeinsamen Erfindung und hat mittlerweile die Firma "Better Air" gegründet und dem "mobilen Feinstaubfilter" den Namen "Greenbox" gegeben. Mehrere Prototypen mit ständigen Verbesserungen wurden bereits gebaut und sind im Einsatz. "Durch die Begleitung der Technischen Universität (TU) Graz wurden unter anderem die Messmethoden immer genauer und so konnten wir die Luftdurchlassmenge mehr als verdreifachen und die Filtermenge weiter erhöhen", erklären Make und Kluge.
Die Arbeit der "Greenbox" kann man mittlerweile auf Testfahrzeugen in Wien (Lkw), Spittal (Klein-Lkw) und in Kürze auch in Graz überprüfen, wo auch alle Messdaten festgehalten werden. Diese waren bisher eindeutig: Im Schnitt werden von der "Greenbox", die am Dach eines Schwerfahrzeuges montiert ist, zwei Drittel der Feinstaubmenge aus der (Fahrt-)Luft gefiltert.
Forschung
Die Erfindung aus Spittal ist nun vom Bund zu einem Forschungsprojekt auserkoren worden und wird für zwei Jahre finanziell unterstützt. "Dazu werden fünf Fahrzeuge in verschiedenen Regionen in Österreich mit unserer mobilen Feinstaubfilteranlage ausgestattet und von der TU Graz weiter wissenschaftlich begleitet", erklärt Kluge. Jetzt müssen diese fünf Stück rasch produziert werden, ein Gerät wird auf einen Linienbus der Grazer Linien montiert.
Dieser Tage waren Kluge und Make in Graz, um die Maße und Montage für dieses Gerät zu fixieren. Der Konzernsprecher der "Holding Graz Linien", Gerald Pichler sagt zur "Greenbox": "Projekte, die nachhaltig und ökologisch erscheinen, testen wir entsprechend unseren Gegebenheiten."
Feinstaub in Spittal
Welche Mengen Feinstaub die "Greenbox" aus der Luft holt, können die Spittaler mit sehr empfindlichen Messgeräten in ihrer Heimat festhalten. "Aufgrund unserer Daten kann ich die Warnungen der Ärzte über die Auswirkungen des Feinstaubs gut verstehen", sagt Make.
So zeigten sich bei einer Testfahrt durch die Lieserstadt in verschiedenen Bereichen extreme Feinstaubwerte. "Auffallend, dass diese im Bereich der offiziellen Messstation in der 10.-Oktober-Straße bei Weitem nicht am höchsten sind", können die beiden belegen. Abhängig von der Tageszeit und vom Verkehrsaufkommen sind die Feinstaub-Konzentrationen unter anderem im Bereich Burg- und Hauptplatz, Villacher Straße oder Egarter Platz viel höher.
So wie bei der Messstation des Landes sind auch hier die Spitzenwerte meist gegen Abend vorhanden. 203 bis 355 Mikrogramm (mg) kamen oft vor, ein "Ausreißer" zeigte sogar 525 mg an.
Features
Mobile Feinstaubfilteranage
Funktion. Durch eine am Dach eines Fahrzeuges (Lkw, Bus) angebrachte Filteranlage strömt Luft. Diese wird entweder durch Lüfter (unter 40 km/h) oder durch den Fahrtwind in die Anlage "getrieben". In der "Greenbox" befinden sich Schichten von Spezialfiltern, die die Feinstaubpartikel binden. Die "Greenbox" weist eine Durchlassmenge von 3800 m3/h auf.
Feinstaub. Dieser ist Bestandteil des Schwebstaubs in der Luft. 1987 wurde in den USA der PM-Standard geboren (PM = Particulate Matter = Schwebstoffteilchen). PM10 bezeichnet Teilchen, die einen aerodynamischen Durchmesser von zehn Mikrometer haben, es gibt aber noch kleinere Stäube.
Personen. Walter Make ist Pensionist (72) und ein "Tüftler" - er hat schon Lärmschutzwände erfunden, die Feinstaub "fangen" können. Anton Kluge (56) betreibt in Spittal einen Karosseriefachbetrieb mit über 20 Beschäftigten.
Grünen-Antrag. Anfang des Monats stellten die Kärntner Grünen im Landtag folgenden Antrag: Die Landesregierung wird aufgefordert, auf neue und Erfolg versprechende Technologien zur Senkung der Feinstaubkonzentration Bedacht zu nehmen, wie zum Beispiel das patentierte Feinstaubfiltersystem "Greenbox - particulare Terminator" und im Zuge der Umsetzung des Maßnahmen- katalogs zur Feinstaubreduktion in Anwendung zu bringen.












