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Zuletzt aktualisiert: 10.11.2010 um 20:14 UhrKommentare

Wolfsberger Ärzte kurieren "Elefantenbein"

Nach einem Mückenstich wird das Bein eines Afrikaners (23) immer dicker. In Guinea drohte ihm eine Amputation, jetzt versuchen Ärzte in der Wolfsberger Lymphklinik, das zu verhindern.

Gabriele Koller holte den 23-Jährigen am Sonntag in Wien ab

Foto © KKGabriele Koller holte den 23-Jährigen am Sonntag in Wien ab

In Guinea war klar: Das erkrankte Bein von Abdourahmane Diallo muss amputiert werden. Vor fünf Jahren veränderte ein Mückenstich das Leben des damaligen Gymnasiasten. Seitdem ist sein linkes Bein so dick, wie das eines Elefanten. Diagnose: Elefantiasis. "Abdourahmane ging es heuer im August sehr schlecht, er hatte eine Blutvergiftung und ein vereitertes linkes Knie", sagt Gabriele Koller, die den heute 23-Jährigen auf einer Studienreise in Westafrika kennenlernte und seitdem regelmäßig mit ihm telefoniert.

Doch vom Schweizer Missionsarzt erfuhr die Gmünderin (27), dass eine Amputation bei entsprechender Behandlung nicht sein müsse. Der Haken: die mangelnde medizinische Versorgung in Guinea und die Behandlungskosten von rund 13.000 Euro. Deshalb setzte Koller alle Hebel in Bewegung, um Diallo einen Krankenhausaufenthalt in Europa zu ermöglichen. Was ihr - auch dank zahlreicher Spender - glückte.

Hilfe vom "Papa"

Seit vergangenem Sonntag wird Diallo von Primar Walter Döller und seinem Team im Zentrum für Lymphologie am LKH Wolfsberg behandelt. "Er bezeichnet mich als seinen Papa und meint, dass er alles macht, was ich ihm sage", erzählt Döller. Das muss der 23-Jährige auch, will er gesund werden. Denn die Kompressionsbandagen können nur dann den Lymphfluss anregen, wenn Diallo Druck auf sie ausübt. Und dafür muss er sich viel bewegen. Auch die Hauthygiene gehört zur Genesung, damit Infektionen vorgebeugt wird und sich das Bindegewebe auflockern kann.

Zurzeit ist Diallos Bein etwa zehn Kilo schwer, hart, verletzlich und schmerzt. In einigen Wochen könnte sich allerdings das Lymphödem zurückgebildet haben. "Unser Ziel ist es auch, ihn so gut wie möglich auf die Selbstbehandlung vorzubereiten", sagt Döller. Denn Elefantiasis ist eine chronische Erkrankung: Der 23-Jährige, der gerne Medizin studieren möchte, muss ein Leben lang Kompressionsstrümpfe tragen, aktiv laufen und auf seine Hygiene achten.

Sprachbarriere

Mit dem bisherigen Verlauf der Behandlung ist Döller zufrieden. "Diallo geht es gut und er freut sich, dass er sein Bein behält." Kleine Probleme gibt es nur im kommunikativen Bereich. "Diallo spricht wenig Englisch, dafür aber Französisch. Aber das können nur einige unserer Ärzte."

ESTHER FARYS

ELEFANTIASIS TROPICA

In tropischen Regionen ist die Krankheit weit verbreitet. Würmer gelangen durch den Stich einer Stechmücke ins lymphatische System und verursachen eine chronische Entzündung mit Lymphstau. Es kommt zu einer extremen Vergrößerung und Verhärtung der Haut.

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