In Möllbrücke werden die Gehwege verdrängt
Für die Grünen-Lurnfeld und den Zivilinvalidenverband ist der Gehweg, der teilweise Parkplätzen geopfert wurde, zu eng. FPK und SPÖ sehen keinen Grund zur Kritik.
Alarm schlagen der Österreichische Zivilinvalidenverband (Öziv) und die Grüne Partei Lurnfeld in Bezug auf die neu markierten Parkplätze in Möllbrücke (Gemeinde Lurnfeld). Die Kleine Zeitung war mit den Grüne-Parteimitgliedern Petra Russegger und Elisabeth Angermann sowie dem Spittaler Öziv-Obmann Kurt Hofer bei einem Ortsaugenschein.
Dabei stellte sich heraus, dass der knapp zwei Meter breite Gehweg im Ortskern von Möllbrücke kürzlich durch eine weiße Linie getrennt wurde. Ein Teil steht den Fußgängern, der zweite Teil steht parkenden Autos zur Verfügung. Gehweg-Gebotszeichen wurden ebenfalls auf den Gehweg gemalt. Die Breite des Gehwegs beträgt zwischen 84 und 114 Zentimeter. "Zu eng für Kinderwagen, Rollstuhlfahrer oder Rollator-Benützer", befand Hofer, der auf die ÖNORM hinweist, wonach ein Gehweg 1,5 Meter breit sein sollte. "Wir Grünen stellten im Gemeinderat zwar den Antrag zur Fußgänger freundlicheren Gestaltung der Möllbrückener Hauptstraße, von der Umsetzung wie sie vergangene Woche erfolgte, distanzieren wir uns allerdings, weil der zu enge Gehweg ein Sicherheitsrisiko darstellt", betont Russegger.
Mehrheitsbeschluss
Eckhard Küttler, Verkehrstechniker beim Kuratorium für Verkehrssicherheit Kärnten, sagt, dass Gehwege im Idealfall 1,5 Meter, mindestens aber einen Meter breit sein sollten. Alles, was darunter liegt, stellt ein Hindernis für Fußgänger dar: "Grundsätzlich kann die Gemeinde selbst entscheiden, wie sie damit umgeht. Vor- und Nachteile von Gehwegen, die zugunsten von Parkplätzen verengt werden, sollten vorher genau abgewogen werden." In Lurnfeld stand der Punkt auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung. Der Bauausschuss legte zuvor die Breite des Gehweges fest. Die Abstimmung verlief 18:1 für die Umsetzung der Bodenmarkierung. Bürgermeister Rudolf Hartlieb befindet sich in Urlaub, die Vizebürgermeister Josef Stanitznig (FPK) und Gerald Preiml (SPÖ) bezogen Stellung.
"Möllbrücke stirbt aus. Die letzten verbliebenen Geschäfte im Ort brauchen die Parkplätze, damit Kunden zum Einkaufen kommen. Wir haben nach Abwägung aller Für und Wider das Beste aus der Situation gemacht", sagt Stanitznig. Laut Preiml, der auch Sozialreferent ist, gab es von alten oder beeinträchtigten Menschen noch keine Beschwerden: "Es kommt jeder bei den parkenden Autos vorbei. Durch die markierten Parkplätze ist wieder mehr ,Ordnung' im Zentrum entstanden."
Features
VERORDNUNG
Bodenmarkierungsverordnung. § 25: Ist ein Gehweg breiter als es der Fußgängerverkehr erfordert, kann, sofern die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt wird, ein Parkstreifen zur Gänze oder zum Teil auf einem solchen Gehweg markiert werden. Der für Fußgänger verbleibende Gehweg muss für das Längsparken 1,5 Meter breit sein.













