Im Tourismus (noch) nichts Neues
150 Teilnehmer des Tourismustages in Gmünd erwarteten sich viel Neues für die Zukunft. Stattdessen war ersichtlich, dass hausgemachte Probleme zu lösen sind.
Zwei Tourismusverbände gibt es in der Region Lieser- und Maltatal. Der größere, der Tourismusverband Lieser-Malta-Tal mit Obmann Josef Jury (Bürgermeister von Gmünd), lud zum Tourismustag. Fast 150 Interessierte erwarteten sich viel Neues, zumal der neue Geschäftsführer der Kärntenwerbung, Christian Kresse, und Tourismus-Landesrat Josef Martinz dabei waren.
Martinz referierte über seine Vorstellungen zum neuen Kärntner Tourismusgesetz - für einige Touristiker der Region nichts Neues, denn "wir machen das, was sie uns heute vorschlagen, schon seit vielen Jahren", wie es Adolf Lackner, Obmann des Tourismusverbandes Katschberg, formulierte. Und aufgrund der Destination Katschberg habe man erfreulicherweise sogar eine Aufteilung der Sommer- und Winternächtigungen von 45 zu 55 Prozent. Lackner bemängelte jedoch, dass es in der Vermarktung große Probleme gebe: "Auf Kärntner Ebene und ,draußen' in den Regionen muss es endlich besser werden", forderte der Rennweger. Jury glaubt, dass dies "mit den Strukturproblemen sowohl in den Regionen als auch in Kärnten" zu tun habe.
Disziplin
Dies bestätigte Kresse mit der Aussage "in Kärnten weiß keiner, wohin der touristische Weg geht. Wir haben unter anderem 45 Angebotsgruppen zu koordinieren. Daher haben wir jetzt eine Marktforschung in Auftrag gegeben, deren Ergebnis im August die Antwort auf die Frage ,Was will der Gast?' geben wird. Danach werden sich die Regionen richten müssen und sich verbessern, ebenso eine Positionierung erarbeiten. Außerdem fordere ich von den Betrieben Preisdisziplin. Denn Wertschöpfung ist mindestens gleich wichtig wie Nächtigungszahlen!"
Zwei Verbände
Obwohl sich vor gut 20 Jahren der Tourismusverband Rennweg-Katschberg vom großen Verband um Gmünd "verabschiedet" hat, gibt es noch immer viel Gemeinsamkeiten, wie etwa den Schibus auf den Katschberg oder andere Aktivitäten.
Hingegen entwickelt sich in jüngster Zeit ein Problem in und mit Malta: "Wir sind die einzige Gemeinde in Kärnten, die zwei Verbänden angehört: der Region Lieser-Malta-Tal und dem Nationalpark Hohe Tauern. In beide zahlen wir ein - nicht nur wegen sinkender Mittel werden wir uns in eine Richtung entscheiden müssen", sagte Bürgermeister Klaus Rüscher. In Workshops mit Betrieben habe man das "bearbeitet und sind auf viel Unzufriedenheit gestoßen. Das ist für mich ein Signal, jetzt im Vorfeld des neuen Tourismusgesetzes offen zu diskutieren. Die heutige Veranstaltung ist ein guter Ansatz dazu", sagte Rüscher.
Allerdings verlagerte sich dann die Diskussion in Richtung Kulturinitiative Gmünd. Bei diesem Thema gerieten vor allem die Brüder Josef (Bürgermeister) und Hans Jury (Obmann des Alpenvereins Gmünd) aneinander. Das störte Regionskoordinator Siggi Neuschitzer: "Gewisse Personen haben leider vergessen, wie wir gemeinsam eine Landesausstellung mit viel Nachhaltigkeit umgesetzt haben." Gestört hat auch, dass Martinz eine halbe Stunde zu spät kam, dann überlang referierte und Kresse wegen einer privaten Verpflichtung vorzeitig von dannen zog.
Features
TOURISMUS IN DER REGION LIESER-MALTA-TAL
Lieser-Malta-Tal. Dieser Tourismusverband beinhaltet die vier Gemeinden Gmünd, Malta, Krems und Trebesing.
Nächtigungen. Im vergangenen Jahr hatte diese Region 294.020 Nächtigungen mit 2816 Betten "erwirtschaftet". Gmünd hatte 51.035 Nächtigungen, Malta 87.090, Krems 105.070 und Trebesing 50.825 Nächtigungen.
Rennweg-Katschberg. Dieser Verband "bewegt" sich im Gemeindegebiet von Rennweg inklusive der Destination Katschberg, wobei auch 500 Betten auf Salzburger Seite inkludiert sind.
Nächtigungen. Mit 3600 Betten wurden 2009 insgesamt 488.000 Nächtigungen (davon rund 75.000 auf Salzburger Seite) erzielt.













