Drogenhändler bauten im Keller "Bunker"
Hausdurchsuchung in Mehrfamilienhaus in Spittal. Kriminalisten verfolgen Spur in brasilianische Großstadt.

Foto © Koscher
Als Baufacharbeiter haben die Männer offenbar ganze Arbeit geleistet. Der "Bunker" im Keller hat Ausstattungsmerkmale, wie sie professioneller nicht sein könnten."
So fasst ein Kriminalist Gesehenes bei einer Hausdurchsuchung in einem Mehrfamilienhaus im Herzen von Spittal zusammen. Dicke bewegliche Betonplatten, eingelassen im Boden, eigens ausgemauerte Nischen, massive Türen. Das sind nur einige Ausstattungsmerkmale des "Bunkers", der als Hochsicherheitslager für Rauschgift angelegt wurde.
Wie ausführlich berichtet, wurden Anfang März drei Spittaler verhaftet. Die Männer stehen im dringenden Verdacht, in den letzten Jahren einem internationalen Drogenring aufgezogen zu haben. Neben sündteuren Indoor-Plantagen für die Aufzucht hochwertiger Cannabispflanzen setzte das Trio vor allem auf Kokain der höchsten Reinheitsstufe, welches sie als "Bodypacker" aus Südamerika importierten.
Spur nach Salvador
Dank großer Erfahrung und hervorragender internationaler Kontakte haben Ermittler der Suchtgiftgruppe im Landeskriminalamt eine Spur zu den mutmaßlichen Lieferanten aufgenommen.
Diese führt in die knapp drei Millionen Einwohner zählende Großstadt Salvador de Bahia im Nordosten Brasiliens. "In dieser Stadt gibt es alles, was anderswo verboten ist", weiß ein Insider. Für Tausende Insider aus aller Welt ist Salvador bevorzugter Fluchtpunkt. Um als "Gringo" (Fremder) an größere Mengen Rauschgift zu kommen, benötigt man allerdings sehr gute "Empfehlungen".
Hier haken die Kärntner Fahnder ein. Es wird nicht ausgeschlossen, dass die Spittaler über Landsleute an die notwendigen Verbindungen kamen. Damit stellt sich die Frage nach dem "Mastermind", der die Geschäfte mit Verdienstspannen in der Größenordnung mehrerer Hunderttausend Euro eingefädelt hat? "Kein Kommentar", heißt es dazu aus Ermittlerkreisen.
Keine Hinweise
Was die Kriminalisten besonders irritiert: Bisher gingen so gut wie keine Hinweise auf die Machenschaften der Spittaler bei der Polizei ein. Es schien niemandem aufzufallen, dass die Männer, obwohl sie keiner Arbeit nachgingen, monatelang auf Reisen waren. Und es schien niemanden zu stören, dass im Mehrfamilienhaus Drogenkäufer ein- und ausgingen.












