Feilschen um Gabor-Hilfe
Land Kärnten setzt 250.000 Euro, um den 170 von der Kündigung bedrohten Gabor-Mitarbeitern zu helfen. Verhandlungen mit AMS am Dienstag.
Quelle © Filmvorschau | Foto: Kleine Zeitung DIGITAL Ende einer Ära: Gabor sperrt in Spittal/Drau zu
Lichtblick für die 170 Mitarbeiter, die von der angekündigten Schließung des Gabor-Werkes in Spittal betroffen sind, ist das noch keiner. Doch immerhin: Das Land Kärnten hat nach der Ankündigung, dass das Werk mit Jahresende geschlossen wird, rasch reagiert. 250.000 Euro stehen für eine Arbeitsstiftung bereit - "ab sofort", wie Arbeitsmarktreferent Uwe Scheuch gestern bei einem Besuch im Werk betonte.
Nun sind Firma und Arbeitsmarktservice gefordert, ihren Anteil einzubringen. Ein Prozedere, mit dem man bei Gabor bereits Erfahrung hat. Auch bei den vorangegangenen vier Kündigungswellen seit 2003 leistete der Betrieb jeweils seinen Beitrag zu einer Arbeitsstiftung. Im letzten Fall, die Stiftung lief im Februar aus, waren es 3000 Euro pro betroffenen Dienstnehmer, der in der Stiftung weiter- und ausgebildet wurde. Am Dienstag wird offiziell mit dem AMS verhandelt. Geschäftsführer Leopold Ebner stellte aber bereits am Montag gegenüber der Kleinen Zeitung klar, dass das Unternehmen hier seiner Verantwortung nachkommen werde. Auch Betriebsrätin Gaby Bodner hofft auf die Stiftung - nach den bisherigen Erfahrungen rechnet man damit, dass rund 100 Arbeiter mit Jahreswechsel in die Stiftung wechseln werden.
Energie-Cluster
"Mittelfristig muss man sich aber überlegen, wie man den Menschen in Oberkärnten wieder eine Perspektive auf Arbeitsplätze bieten kann", sagt ÖGB-Präsident Hermann Lippitsch. Immerhin gab es in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Ankündigungen von Betriebsansiedelungen. Letztlich alle ohne Nachhaltigkeit.
Geht es nach Scheuch, soll das Industrie-Areal langfristig entwickelt werden: Zu einem Cluster für erneuerbare Energien und Umwelttechnik.
Features
Das Unternehmen
Seit 50 Jahren produziert das Familienunternehmen Gabor in Spittal Schuhe. Seit dem Höhepunkt 2002 - damals waren 1300 Mitarbeiter beschäftigt - wurden laufend Mitarbeiter abgebaut.
Im Sommer 2009 lief die Serienproduktion aus, seither wurden nur noch Muster produziert.
Im Vorjahr setzte Gabor 282 Millionen Euro um, sieben Millionen Paar Schuhe wurden verkauft.











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