Schuhfabrik Gabor sperrt endgültig zu
Ausgerechnet im 50. Jubiläumsjahr zieht sich die deutsche Schuhfabrik Gabor aus Kärnten endgültig zurück. Die 170 verbliebenen Mitarbeiter verlieren zu Jahresende ihren Job.

Foto © APA/Eggenberger (Archivbild)Standort Spittal/Drau
Der Tod für die Schuhfabrik Gabor in Spittal kam schrittweise: Bis zu 1300 Mitarbeiter arbeiteten zu Spitzenzeiten im Spittaler Werk, das war Ende der 90er Jahre. Dann ging es mit der Beschäftigung sukzessive bergab. In den letzten vier Jahren mussten 550 Schuharbeiter - in der überwiegenden Mehrzahl Frauen - umsatteln. Im August 2009 wurde das endgültige "Aus" für die Schuh-Serienproduktion in Kärnten eingeläutet, 200 Mitarbeiter hatten am 20. August 2009 ihre letzte Schicht.
170 durften noch bleiben, weil man den hoch qualifizierten Arbeiterinnen eine Muster-Produktion zugesichert hatte. Nun ist auch damit Schluss. Ausgerechnet in ihrem 50. Jubiläumsjahr zieht sich die Schuhfabrik Gabor aus Kärnten zurück. Statt ein großes Jubiläum zu feiern, kommt für 170 Mitarbeiter die Kündigung. Mit Jahresende verlieren sie ihren Job.
Billiglohnländer
Die 170 verbliebenen Schuharbeiterinnen hat die jüngste Hiobsbotschaft nicht mehr aus den Schuhen geworfen. Signale aus der Geschäftsführung deuteten längst darauf hin, dass auch die Musterproduktion bald in ein Billiglohnland ausgelagert werden sollte. Als Montagvormittag der Vorstand Achim Gabor im Werk gesichtet wurde, war allen klar, dass er keine guten Nachrichten mitbringen würde. Gabor wolle sich auf die Produktionsstandorte in Portugal und der Slowakei konzentrieren, wo 2200 Mitarbeiter beschäftigt sind.
"Wir werden pro Saison noch 400 Modelle produzieren", versprach der technische Geschäftsführer Wolfgang Grosse noch im vorigen August. Jetzt ist es die Wirtschaftskrise, der die Ursache für das schlechte Geschäft in die Schuhe geschoben wird. Sie hat das endgültige "Aus" des Kärntner Standortes wohl beschleunigt. "Der Kostendruck ist weiter gestiegen, der Konzern musste reagieren", erklärt Gabor-Geschäftsführer Leopold Ebner.
Für die betroffenen Mitarbeiter soll ein Sozialplan ausgearbeitet werden, ein erstes Gespräch mit dem Betriebsrat habe bereits stattgefunden. Ebner: "Solche Pläne sind zwar teuer, aber wir stehen dazu."
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Reaktionen
"Wenn die Kündigungen ausgesprochen sind, müssen wir das traurigerweise zur Kenntnis nehmen. Die Betroffenen können sich auf die Unterstützung des ÖGB verlassen. Arbeitsstiftung wird eine Rolle spielen."
Hermann Lipitsch, Landesvorsitzender des ÖGB
"Es muss alles unternommen werden, um die Arbeitnehmer erst gar nicht in die Arbeitslosigkeit zu entlassen, sondern in Beschäftigung zu halten."
Arbeiterkammerpräsident Günther Goach
"Das Gaborwerk bestand seit 50 Jahren. Seine Mitarbeiter waren uns in besonderem Maß verbunden."
Achim Gabor, Vorstandsvorsitzender











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