Freundlichkeit ist Schwedens großes Plus
Carmen und Christian Gasser aus Gmünd leben seit sechs Jahren mit ihren Kindern in Stockholm und sind dort erfolgreich in der Medizintechnik tätig.

Foto © PrivatSeit sechs Jahren sind Carmen und Christian Gasser mit ihren drei Kindern in Stockholm ansässig
Abwechslung, etwas Neues entdecken bevor die Kinder schulpflichtig sind, das waren die Gründe für Christian und Carmen Gasser, sich für geplante zehn Monate in Schweden einzuquartieren. Dass daraus mittlerweile sechs Jahre wurden, ahnte zuerst niemand. Die Kinderfreundlichkeit der herzlichen Menschen hatte es den beiden angetan: "Wenn wir in Stockholm aus dem Flieger steigen und angelächelt werden, wissen wir, wir sind in Schweden und entspannen uns innerlich. Mit Kindern fühlt man sich hier überall willkommen", beschreibt Carmen Gasser.
Königliche Universität
Nach dem Maschinenbau-Studium war der Gmündner Christian Gasser erst an der Technischen Universität Graz tätig. Eine Gastprofessur an einer renommierten Auslandsuniversität, wie der Königlich-Technischen Hochschule Stockholm, wo er am Institut für Festigkeitslehre mit Schwerpunkt vaskuläre Biomechanik arbeitet, erschien ihm gut für die Karriere und Schweden kam dem Ehepaar mit drei Kindern ungefährlich vor. Carmen Gasser, die aus St. Paul im Lavanttal stammt, war damals in Karenz. Heute leitet die Rechts- und Wirtschaftswissenschafterin das von ihr und ihrem Mann gegründete Unternehmen "Vascops", das in der Medizintechnik tätig ist. Schwedisch gelernt haben die erfolgreichen Auswanderer in Intensivkursen. "Die Sprache ist teils dem Deutschen, teils dem Englischen ähnlich, daher relativ leicht zu lernen, wobei die Aussprache Tücken hat. Die Kinder sprechen akzentfrei und korrigieren uns da", erzählen die Gassers, die in Stockholm am See leben, von Wald und Grün umgeben und trotzdem mit der U-Bahn in acht Minuten in der Stadt sind.
Hohe Lebensqualität
"An jeder Ecke ist Wasser, fast jeder Schwede hat ein eigenes Boot und eine ,stuga', eine Hütte für Wochenenden auf den Schäreninseln, die per Schiff in 30 Minuten erreichbar sind. Es gibt für Kinder und Erwachsene sehenswerte Museen, wir können die Originalschauplätze aus Astrid Lindgrens Büchern besuchen, im Sommer in einer schönen Bucht schwimmen. Die Restaurants sind sehr kreativ und im Sommer bleibt es ewig hell", schwärmen Christian und Carmen Gasser. "Gleichberechtigung wird hier gelebt und das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Angestellten ist sehr angenehm. Intrigen werden hier verachtet und man duzt sich überall", sagen die Gassers. Es gibt auch keine Vorhänge in schwedischen Häusern.
Trotzdem vermisst Hobby-Paragleiter Christian Gasser Oberkärntens Berge. "Auch Einkäufe beim Bauern oder auf Bauernmärkten gibt es hier leider nicht", bedauert Carmen Gasser. Und natürlich fehlt die restliche Familie im Ausland. "Wir kommen regelmäßig nach Österreich. Für die Kinder ist aber Stockholm Heimat. Österreich ist Urlaub; sie finden den Kärntner Dialekt sehr lustig."
Features
Auslandsoberkärntner
Grenzenlos. In der Serie "Von Oberkärnten in die weite Welt" stellt die "Kleine Zeitung" Personen vor, die sich in der Ferne ein neues Leben aufgebaut haben oder im Ausland leben und arbeiten.
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