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Zuletzt aktualisiert: 13.02.2010 um 20:56 UhrKommentare

Nur wenige Frauen können in der Politik mitreden

Obwohl Politikerinnen ihre Ämter begeistert ausüben, sind nur 15 Prozent der Mandatare in 40 Oberkärntner Gemeinden weiblich. Frauen wollen Mut für die Politik machen.

Stopp! In Oberkärnten haben immer noch nur wenige Frauen politische Funktionen inne

Foto © APA / Montage: Kleine Zeitung DIGITALStopp! In Oberkärnten haben immer noch nur wenige Frauen politische Funktionen inne

Unter den 696 Kommunalpolitikern der Bezirke Spittal und Hermagor gibt es 106 Frauen. Damit liegt der Anteil an Politikerinnen in den 40 Gemeinden bei 15 Prozent. Barbara HutterKlammer, die seit rund einem Jahr in Steinfeld als einzige Mandatarin der FPÖ in Oberkärnten tätig ist, stellt sich einen Mindest-Frauenanteil von 20 Prozent vor. "Frauen agieren über Parteigrenzen hinweg, da zählen Menschen und Anliegen. Im ländlichen Raum haben Männer aber einen höheren Stellenwert", sagt die studierte Theologin, die soziales Engagement bei den jüngsten Gemeinderatswahlen in die Politik zog.

"Frauen sind mutiger"

"Nicht unterkriegen lassen und Widerständen zum Trotz den eigenen Willen durchsetzen und ein großes Netzwerk aufbauen." Das sind die Tipps von Renate Egger an Frauen, die einen Einstieg in die Politik planen. Die 63-Jährige, die seit 1989 in der Stadtregierung von Spittal mitarbeitet und 15 Jahre den Bezirksvorsitz der SPÖ-Frauen innehatte, attestiert Politikerinnen "mehr Weitsicht und mehr Mut zu Entscheidungen". "Frauenquoten nützen nichts, wenn nicht genügend Kandidatinnen zur Verfügung stehen. Jeder Mandatar muss daran arbeiten, dass sich geeignete Menschen für die Politik finden", sagt Gerda Schabus. Die Hermagorer FPK-Mandatarin, die zwei Jahre auch Stadträtin war, wollte mit dem Einstieg in die Politik vor 19 Jahren "etwas Gutes bewirken". Krista Kulterer ist seit 1992 als Mitglied des Aktionsausschusses, "keine politische Partei", in Sachsenburg tätig. "Jeder, der Engagement hat, sollte die Chance haben, etwas zu bewegen. In der Kommunalpolitik sind die Geschlechter gleichgestellt, sie arbeiten gleich viel und haben dieselbe Anerkennung", sagt die 65-Jährige. Die 60-jährige Annelies Nickmann (FPK), die das 13. Jahr in Millstatt ein Mandat ausübt, "will mit den anderen Parteien etwas weiterbringen. Frauen haben mehr Gespür und gehen humaner mit den Mitbewerbern um."

Politik soll partnerschaftlich sein

Neben Marion Mitsche, Stadtgemeinde Hermagor, ist Petra Russegger als Mandatarin der Grünen in Lurnfeld im Amt. "Ich will meine Meinung einbringen und mitgestalten", sagt die 44-Jährige, die sich eine Frauenquote von 50 Prozent wünscht. Ingrid Mitsche, ÖVP-Bezirksfrauenvorsitzende von Hermagor, fühlte sich "nie von den Männern benachteiligt. Im ländlichen Raum werden Frauen eingeladen und ermutigt mitzutun." Die 57-Jährige führt seit 15 Jahren den Frauenvorsitz. "Ich stehe für keine spezielle Frauenquote, wohl aber für partnerschaftliche Politik." "Weil bei den meisten Frauen Kindererziehung an erster Stelle steht, ist ein politisches Amt in jüngeren Jahren nicht möglich", sagt Gabriele Robinig. Für die SPÖ-Bezirksfrauenvorsitzende in Spittal, welche diese Funktion am Freitag aus privaten Gründen zur Verfügung gestellt hat, ist "Politik eine schöne Sache, die aber viel Zeit erfordert".


Frauen die sich engagieren

Spittal. Von 567 Mandataren in 33 Gemeinden sind 90 (15,9 Prozent) weiblich.

Gemeinden. Bad Kleinkirchheim: 2, Baldramsdorf: 3, Berg: 1, Dellach/Drau: 3, Flattach: 1, Gmünd: 3, Greifenburg: 1, Großkirchheim: 3, Heiligenblut: 3, Irschen: 3, Kleblach-Lind: 2, Krems: 4, Lendorf: 2, Lurnfeld: 2, Mallnitz: 3, Malta: 6, Millstatt: 4, Mörtschach: 2, Mühldorf: 2, Oberdrauburg: 1, Obervellach: 1, Radenthein: 3, Rangersdorf: 1, Reißeck: 3, Rennweg: 1, Sachsenburg: 4, Seeboden: 7, Spittal: 4, Stall: 2, Steinfeld: 5, Trebesing: 5, Weißensee: 0, Winklern: 3.

Führungspositionen. Stadträtin: Christina Herbrich (ÖVP) Radenthein; Vizebürgermeisterinnen: Heidemarie Penker (SPÖ) Gmünd, Marika Lagger-Pöllinger (SPÖ) Lendorf, Karoline Taurer (SPÖ) Mühldorf, Christine Ruggenthaler (FPK) Oberdrauburg, Krista Kulterer (Aktionsgemeinschaft), Sachsenburg, Dorothea Pirker (FPK) Stall, Maria Kerschbaumer (SPÖ) Trebesing; Gemeindevorständinnen: Veronika Pichler (FPK) Baldramsdorf, Annelies Nickmann (FPK) Millstatt, Doris Eichholzer (FPK) Seeboden, Eveline Fercher (FPK) Winklern.

Hermagor. Von 129 Mandataren in den sieben Gemeinden sind 16 (12,4 Prozent) weiblich.

Gemeinden. Dellach/Gail: 1, Gitschtal: 2, Hermagor: 6, Kirchbach: 2, Kötschach-Mauthen: 3, Lesachtal: 0, St. Stefan/Gail: 2.

Führungspositionen. Bürgermeisterin: Christine Ploner (SPÖ) Dellach/Gail, Gemeindevorständin: Irmgard Hörmann (SPÖ) Kötschach-Mauthen.

Quelle. Gemeindebund Kärnten, www.kaerntner-gemeindebund.at

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