Ein Spittaler Techniker tüftelt in Kalifornien
Der Techniker Heinz Lackner lebt seit fast 40 Jahren in Oakland (USA) und arbeitete auch schon für die NASA und Bill Brobeck.

Foto © PrivatEin Teil der Apparaturen, die für den Beschleuniger gebraucht werden
Gutes Brot und anständigen Kaffee aufzutreiben, gestaltete sich für den Spittaler Heinz Lackner zu Beginn seiner Zeit in den USA beinahe als "Mission impossible" und hätte ihm das Auswandern fast versalzen. Aber nur fast: Als Sohn eines Eisenbahners schnappte Lackner als Bub erste Brocken Englisch auf: "Chocolate, please!" war die Phrase, da "die englischen Besatzer damals so nett waren und zweimal am Tag Süßes in der Schule verteilten. Mit 14 hatte ich dann das Glück, die Aufnahme in die HTL für Elektrotechnik in Klagenfurt zu schaffen. Unser Jahrgang trifft sich alle fünf Jahre. 2010 feiern wir unser 45-Jahr-Jubiläum."
Erste Station: Deutschland
Nach der HTL musste Arbeit her und "1966 war die wirtschaftliche Lage in Deutschland viel besser als in Österreich. Ein junger Ingenieur konnte sich die Firma aussuchen, die ihm die besten Bedingungen bot. Für mich war das IBM in Mainz. Nur das Essen, vor allem der Kaffee, war Gewöhnungssache."
In Mainz lernte Lackner auch seine Frau Ginny, eine Amerikanerin, die in Mainz studierte und deren Eltern von dort stammten, kennen, bevor er für zwei Jahre nach San Jose in Kalifornien geschickt wurde. Obwohl das Brot dort unmöglich war und der Kaffee laut Lackner "noch schlechter als in Deutschland" entschied sich der Ingenieur recht schnell, nach Kalifornien auszuwandern, was 1973 auch umgesetzt wurde.
"Eine Zeit lang arbeitete ich für meinen Schwiegervater, der eine kleine Molkerei betrieb, als Milchmann. Dabei lernte ich zum Glück österreichische Bäcker und italienische Cafés kennen", sagt Lackner, der in seinem Haus selbst schon Brot gebacken hat und Besuchern gern Reindling oder Marillenknödel auftischt. "Gutes Bier, Katschtaler Speck, Most - das geht einem schon ab. Aber jetzt sind's ja nur noch sechs Monate bis zur nächsten Heimreise. Ich hab' das Glück, dass Kärnten nicht nur Heimat, sondern auch ein wunderbares Fleckerl auf der Welt ist. Leider gibt es in Kalifornien viel Armut und Kriminalität. Die Heimat sieht da wie eine heile Welt aus."
Elektronenbeschleuniger
Für die NASA wickelte Lackner ein Elektroauto-Projekt ab, arbeitete dann für Bill Brobeck, dem Konstrukteur der berühmten Berkeley Elektron-Proton-Beschleuniger. Dampfbusse, Kohle-Glas-Faser-Schwungräder, das erste amerikanische aufladbare Hybridauto, künstliche Herzen, Spiegel-Kernverschmelzung und die Ikonen-Tastatur für McDonald's (wo Lackner in 40 Jahren nie gegessen hat) sind nur einige Projekte, bevor sich Lackner mit 36 Jahren selbstständig machte. "Ich bin jetzt vor allem mit Erzeugung von Hochspannungsimpulsen, superheller Röntgenstrahlung via Elektronenbeschleuniger und Hochleistungs-Mikrowellen-Radar, das durch Wände ,sehen' kann, beschäftigt."













