Fahrverbot in Spittal, das nicht nur Radfahrer ärgert
Empörung bei Radlern, weil am Drauradweg in St. Peter bei Spittal "Allgemeines Fahrverbot" herrscht. Kommune will sich rechtlich absichern.

Foto © StöflinDamit die Stadtgemeinde Spittal rechtlich abgesichert ist, stellte sie am R1 diese Fahrverbots-Tafel auf
Da fährst du an einem schönen Tag den herrlichen Drauradweg von Lienz talabwärts und bei Spittal stehst du plötzlich vor einer Fahrverbotstafel", ärgerte sich ein erboster Radfahrer aus Villach. Tatsächlich: Vor wenigen Tagen stellte die Stadtgemeinde Spittal östlich von St. Peter zwei solcher Tafeln auf. Genau bei jenem Streckenteil, bei dem es vor sechs Jahren gar zu einer Radweg-Sperre mit Stacheldraht gekommen war.
Rechtlich abgesichert. "Diese Tafeln wurden deshalb aufgestellt, weil der Grundbesitzer, mit dem es auch damals Probleme gab, vor längerer Zeit sein Grundstück bis zur Grenze fast einen halben Meter tief abgegraben hatte. Mit einer Zusatztafel werden die Radfahrer aufgefordert, ihr Rad zu schieben. Denn ein fahrender Radler könnte durch Unachtsamkeit in Nachbars Graben stürzen. Und mit dem Fahrverbot ist die Stadtgemeinde rechtlich abgesichert, auch gegen eventuelle Forderungen von Radlern", erklärt Bürgermeister Gerhard Köfer. Außerdem wird in den nächsten Tagen die Bezirkshauptmannschaft Spittal diese Causa behandeln. Es ist nicht klar, inwieweit die angebrachten Tafeln der Straßenverkehrsordnung entsprechen.
Lokalaugenschein. Neben dem "Allgemeinen Fahrverbot" ist noch die Zusatztafel "Fahrräder schieben" angebracht. Doch viele Radfahrer ignorieren diese Tafeln. Deshalb wird es, so ist aus dem Verkehrsreferat der Bezirkshauptmannschaft Spittal zu hören, am 8. Juli vor Ort zu einer Verhandlung im Beisein eines Experten des Landes und der Verkehrsabteilung Krumpendorf kommen.
Kaum ein Meter. Außerdem entspricht das 130 Meter lange Radweg-Stück nicht den gesetzlichen Vorgaben. Denn ein internationaler Radweg wird im Begegnungsverkehr bei uns mindestens 2,5 Meter breit geführt. In diesem Bereich - es ist übrigens ein Provisorium, welches nach dem Streit im Jahre 2003 auf Bahngrund errichtet wurde - ist der Fahrstreifen des überregionalen Radweges R1 kaum einen Meter breit.
Features
Drauradweg R1
Strecke. Vom Toblacher Feld (Südtirol) durch Osttirol und Kärnten bis Marburg (Slowenien) führt der internationale Drauradweg R 1. Die 366 km-Strecke wird täglich von tausenden Radlern genutzt und ist mittlerweile der zweitbeliebteste Radweg Europas.
Problem. In St. Peter bei Spittal kann sich die Stadtgemeinde mit einem Grundbesitzer nicht einigen. Vor sechs Jahren wurde daher der R 1 von ihm gesperrt. Die Kommune wollte ihm die verlangte Pacht nicht zahlen und baute stattdessen ein Provisorium.














